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Auslegung der Sonntagslesungen von Diakon Stephan Rintelen

Die Botschaft des 32. Sonntags im Jahreskreis (C)

Die beste Nachricht dieses Sonnttags finden Sie hier! Diakon Stephan Rintelen aus Kleve erklärt, was die Lesungen im Gottesdienst heute zu sagen haben. Und das Evangelium gibt es zum Anhören dazu.

 

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Sinn oder Unsinn, Hoffnung oder Trostlosigkeit – im Tod stellt sich die Frage mit unnachsichtiger Härte: Wird alles von mir spurlos vergangen sein, oder gibt es erfüllende Hoffnung auf das Leben jenseits der Grenze des Todes?

In der Lesung aus dem zweiten Buch der Makkabäer hören wir die für die damalige Zeit unglaublich klingenden Worte des vierten der sieben Söhne, die wegen ihres Glaubens zu Tode gefoltert wurden: „Gott hat uns die Hoffnung gegeben, dass er uns wieder auferweckt. Darauf warten wir gern, wenn wir von Menschenhand sterben. Für dich aber gibt es keine Auferstehung zum Leben“ (2 Makk 7,14).

Wenn das wirklich unsere ganz reale Hoffnung ist, warum wird der Tod dann verdrängt, wo immer es geht?  Es ist manchmal erschreckend, dass selbst bei einem Beerdigungsgespräch selten Glaubensfragen auftauchen wie etwa: „Was soll ich unter Erweckung zum ewigen Leben verstehen?“

Wäre es nicht ein großer Trost zu hören: Der Tod ist gerade nicht das letzte Wort über ein Menschenleben. Gott ist kein Gott der Toten, sondern der Lebenden, oder wie es der vierte Sohn formuliert: „Gott hat uns die Hoffnung gegeben, dass er uns wieder auferweckt.“ Gott hat uns zugesagt, uns in seine Welt hineinzuholen, die uns eine neue Dimension von Leben erschließt, die nicht größer sein könnte.


Zum Hören: das Evangelium vom 32. Sonntag (Lesejahr C)

Das Ziel des menschlichen Lebens ist die von Gott zugesagte Fülle: „Ihr sollt das Leben haben und es in Fülle haben“ (vgl. Joh 10,10). – Wo anders als bei Gott könnte es diese uneingeschränkte Fülle geben? Ist es nicht eine glanzvolle Aussicht, dass alles Schwere unseres Lebens einmal aufgehoben sein wird? Dass es sich doch „gelohnt“ hat zu leben, dass die Freude am Leben letztendlich ihren guten Grund hat?

Die ganz konkreten, typisch menschlichen Fragen, was nach dem Tod aus dem Körper werden wird, ob wir dann Freunde, Verwandte im Himmel wiedersehen, beschäftigten zu Jesu Zeiten auch die Sadduzäer, die von Jesus wissen wollten, wie sich Ereignisse hier im Leben in der Ewigkeit auswirken werden.

Frage der Auferstehung

Wie ist das mit den sieben Brüdern, die alle nach dem Tod des vorigen dieselbe Schwägerin geheiratet haben? Mit wem wird sie nun in der Auferstehung verheiratet sein und leben? Die Sadduzäer stellen diese Frage, um Jesus in die Enge zu treiben, da sie die ihrer Ansicht nach nicht existierende Auferstehung damit ad absurdum führen wollen.
Jesus lässt sich nicht provozieren. Er stellt klar, dass zwischen irdischem und überirdischem Leben grundsätzliche Unterschiede bestehen, dass hiesige Maßstäbe nicht auf das Jenseits zu übertragen seien. „Nur in dieser Welt heiraten die Menschen. Die aber, die Gott für würdig hält, an jener Welt und an der Auferstehung von den Toten teilzuhaben, werden dann nicht mehr heiraten. Sie können auch nicht mehr sterben“ (Lk 20,34-36).

Diesen Unterschied erleben wir auch in der österlichen Erzählung der Auferstehung, als Maria Magdalena den auferstandenen Herrn für den Gärtner hält. Erst als Jesus sie mit ihrem Namen anspricht, erkennt sie ihn. Nicht mehr seine äußerliche Erscheinung ist jetzt das Erkennungsmerkmal, sondern die innere Verbundenheit zeigt ihr, dass derselbe Jesus Christus trotz anderer Gestalt vor ihr steht.

Der Autor
Stephan Rintelen ist Ständiger Diakon in der Pfarrei Zur Heiligen Familie in Kleve.

Gibt es schon vor der Auferstehung Hinweise auf sie? Ein Mensch wird gesund trotz scheinbarer Aussichtslosigkeit auf Heilung, er kann wieder am Leben seiner Mitmenschen teilnehmen. Könnte das nicht auch ein Auferstehungserlebnis sein?
Um die uns von Gott geschenkte Hoffnung auf die Wiederkehr des Herrn, um die Auferstehung, geht es im Brief des Apostels Paulus an die Thessalonicher. Auf ihre Frage, wann denn nun die Zeit der Wiederkunft Christi sei, sagte er ihnen die Treue Gottes zu; sie werde sie trösten und hoffnungsvoll machen. Sie wird ihnen die Kraft geben, für andere da zu sein, ihnen zu helfen, durch gute Werke und Worte.

Dazu bedarf es des Gebetes, denn nur mit seiner Kraft kann sich die Botschaft Jesu Christi ausbreiten.

Was lässt sich auf die Floskel antworten: „Ich brauche Gott nicht, ich komm auch so gut klar?“ Wenn ich ihn abschiebe, geht die Richtschnur meines Lebens verloren. Die entscheidende Frage bleibt offen, nach welchen Kriterien ich heute meine Entscheidungen fällen soll. Deswegen ist es ein großes und ernstes Anliegen, Gott als den anzuerkennen, der meinem Leben in Ziel gibt; dessen Dasein mein Leben lenkt und leitet. Wenn wir aus diesem Wissen unsere Kraft schöpfen, dann können wir auch wie die Makkabäerbrüder auf die Erweckung im Tod hoffen und „unbeirrt auf Christus warten“.

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