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Restaurierung in Münster abgeschlossen - Besichtigungen bald möglich

Die Hüllen fallen: Altar in Dominikanerkirche erstrahlt in neuem Glanz

  • Nach sechsmonatiger Restaurierung wird der barocke Hochaltar in der Dominikanerkirche in Münster bald wieder zu besichtigen sein.
  • Er ist das letzte Relikt, das im Innenraum an die ehemalige Bestimmung der profanierten Kirche erinnert.
  • Stadt und Denkmalschutz haben für die aufwendige Restaurierung 65.000 Euro bezahlt.
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Die Hüllen fallen langsam und der barocke Hochaltar in der Dominikanerkirche in Münster kommt wieder zum Vorschein. Ein halbes Jahr war er eingerüstet und mit Planen vor dem Baustaub der Renovierungsarbeiten in der ehemaligen Universitätskirche und des heutigen Kunst- und Veranstaltungsraums der Stadt Münster geschützt. Der Altar aus dem Ende des 17. Jahrhunderts ist ein letztes Relikt der kirchlichen Nutzung, nachdem sie 2017 profaniert wurde.

Nachdem die Orgel an eine Pfarrei am Bodensee verkauft werden konnte, erinnert nur noch der vierstöckige, reich verzierte Altar im ehemaligen Chorraum an die vielen Gottesdienste, die seit der Einweihung als Klosterkirche der Dominikaner vor 300 Jahren hier gefeiert wurden. Unter dem imposanten Gewölbe mit einer Kuppel in fast 30 Metern Höhe schwingt heute als Kunstinstallation von Gerhard Richter ein Foucaultsches Pendel. Sonst ist der riesige Raum leer.

65.000 Euro Restaurierungskosten

„Es ist wichtig, dass dieser Altar hiergeblieben ist“, sagt Projektleiterin Annegret Mantke vom Amt für Immobilienmanagement der Stadt Münster. „Ohne ihn wäre hier eine Lücke entstanden – er ist für die gesamte Ausstrahlung wichtig.“ Auch aus kunsthistorischer Sicht ist sein Erhalt ein Gewinn: 1699 in Paderborn gebaut, kam er erst 1904 in die Dominikanerkirche. Mit einer barocken Pracht, die in diesen Breitengraden ungewöhnlich ist: Große Heiligen- und Bischofsfiguren und detailreiche Bilder werden von goldglänzenden Laub- und Blütendarstellungen umrankt, in denen sich Putten tummeln.

Grund genug für die Stadt, den Altar mit Hilfe der Stiftung Denkmalschutz für insgesamt 65.000 Euro zu restaurieren. Was zwingend notwendig geworden war, wie Sonja Ruß vom Restauratoren-Team aus Köln sagt: „Viele Bereiche waren stark verstaubt und verdreckt, Fassungen waren abgeplatzt, Blattgold hatte sich gelöst.“ Weit mehr als 1000 Arbeitsstunden steckten sie und ihr Team in die Wiederherstellung des ursprünglichen Anblicks. Mit feinsten Pinseln wurden Fremdpartikel entfernt, Unebenheiten mit kleinsten Spritzen aufgefüllt und neue Farbe sowie Blattgold aufgetragen.

Der „Aha-Effekt“

Das Fallen der Schutzhüllen ist für die Restauratorin ein absoluter „Aha-Effekt“, sagt sie. „Bei der Arbeit sind wir immer sehr detailverliebt und sehen kaum das große Ganze.“ Ab jetzt ist der Anblick des gesamten barocken Prunkstücks wieder möglich. Nach abschließenden Reinigungsarbeiten am Altar und letzten Renovierungsarbeiten in der Kirche soll der Zugang in einigen Wochen wieder allen Besuchern möglich sein. Der Altar wird dann hinter einer Glasfront zu sehen sein, die ihn künftig vor Verschmutzung schützen soll und einen klimatisch abgeschlossenen Raum schafft, damit das Holz es Kunstwerks nicht zu sehr arbeitet.

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