Bischofsstab, Brustkreuz, Ring und Mitra

Die Insignien von Weihbischof Rolf Lohmann

Stab, Ring, Mitra und Brustkreuz (Pektorale) sind die Insignien, die ein Bischof bei seiner Weihe erhält. Sie weisen ihn ab diesem Zeitpunkt als Bischof aus. Mit ihrer Bildsprache begleiten sie den Geweihten, sagen viel über seine Vorbilder aus und erzählen seine persönliche Geschichte.

Auch Weihbischof Rolf Lohmann hat sich die Aussagen und die Ausstrahlung seiner Insignien genau überlegt. Für ihn war schnell klar, welches Material verwendet werden sollte und welche Bilder die Insignien tragen sollen. Alles hat eine tiefere Bedeutung. Ausgangspunkt für Gestaltung und Material war die „Schüppe des Pastors“, die bei Lohmann im Arbeitszimmer steht und bei besonderen Anlässen in Gottesdiensten genutzt wird. Sie ist das Symbol des Pastors, des Hirten, der für seine Gemeinde da ist. Das Symbol wird in einigen Pfarrgemeinden am Niederrhein verwendet.

Lohmann will das auch als Bischof ausstrahlen. Daher die Anlehnung an das Material seiner „Schüppe des Pastors“: Dunkles Holz und helles Metall. Auch sonst erinnern viele Details an seinen Weg und sein Wirken als Seelsorger. Der silberne Ring etwa zeigt die Heilige Familie, wie sie in einem Rosettenfenster in der Pfarrkirche von Westtünnen dargestellt ist. Dort ist die Heimatgemeinde von Lohmann. Die Rückseite seines Brustkreuzes zeigt Maria als Trösterin der Betrübten, die in Kevelaer verehrt wird, wo er lange Zeit als Wallfahrtsrektor arbeitet.

Der Bischofsstab von Weihbischof Rolf Lohmann

BischofsstabDer Bischofsstab ist aus marmoriertem Ebenholz und Silber. | Foto: Markus van Oorschot.

Der Bischofsstab von Weihbischof Lohmann ist in drei Teile zerlegbar. Der Schaft ist aus leicht marmoriertem Ebenholz gefertigt, die Krümme mit Kanthaken und Knauf besteht aus zum Teil dunkel patiniertem Silber, ebenso die Bünde, an denen der Stab zerlegt werden kann. Das Holz gilt als Zeichen der Bodenständigkeit und zeigt die Verwurzelung des Trägers im christlichen Glauben.

Die Krümme ist eine umfangreiche Erweiterung des „Pastor-Schüppchens“, das in einigen links- und rechtsrheinischen Pfarreien, so auch in St. Marien Kevelaer, Verwendung findet. Es ist ein Symbol des Hirtenamtes als Pastor, denn es symbolisiert die Schäferschaufel und weist auf Christus als Hirten hin. Lohmann: „Von Anfang an ging es mir um die pastorale Frage, also als Bischof Pastor und Hirte zu sein.“ Ein außen aus der Schaufel herausgeprägtes „Chi-Rho“-Monogramm weist auf Christus hin, es gehört zu den frühesten christlichen Symbolen. Die griechischen Buchstaben Chi und Rho sind die Abkürzung für Christus. Auf der Innenseite entwickelt sich aus dem Chi-Rho der massiv geschmiedete Kanthaken als Zeichen für Schutz und Hilfe.

Detail Bischofsstab
Auf dem Bischofsstab sind Heilige und Selige dargestellt: der selige Karl Leisner (links oben), der heilige Liudger (rechts oben), die heilige Ida (links unten) und der selige Kardinal Clemens August Graf von Galen. | Fotos: Markus van Oorschot

Unterhalb der Schaufel befindet sich ein viereckiger Knauf, der sich einerseits wie eine Verstärkung zwischen Schaft und Schaufel einfügt, andererseits die fließenden Formen von Schaufel und Schaft unterbricht. Auf den vier Seiten ist jeweils eine Leitfigur dargestellt. Jede Persönlichkeit wird mit drei Motiven beschrieben: einem Porträt, einem Objekt und einem Symbol aus dem Leben oder der Legende der dargestellten Person, die sich Lohmann als Vorbild genommen hat. Die Namen der Leitfiguren sind in den vier gerundeten Ecken, die sich säulenhaft absetzen, eingeschlagen.

Das Brustkreuz von Weihbischof Rolf Lohmann

Brustkreuz
Das Brustkreuz, auch Pektorale genannt. | Foto: Markus van Oorschot

Weihbischof Rolf Lohmann trägt ein Brustkreuz, das aus einem Silberrahmen mit Makassar-Ebenholzeinlagen besteht. Die Vorderseite zeigt eine plastische Darstellung der Kreuzigung Jesu mit Maria und Johannes unter dem Kreuz. Sie bezieht sich auf das Johannesevangelium (Joh. 19, 25-27), in dem Jesus am Kreuz seiner Mutter Maria aufträgt, Johannes als ihren Sohn zu sich zu nehmen. Lohmann: „Wir stehen mit Maria und Johannes unter dem Kreuz“. Auf der Rückseite ist eine Applikation der Consolatrix Afflictorum (Trösterin der Betrübten) zu sehen, deren Gnadenbild in Kevelaer verehrt wird.

Der Rahmen wurde aus einem zwei Millimeter starkem Silberrechteckprofil mit abgesetzten Quadraten an den Kreuzbalkenenden gefertigt. Die fünf Quadrate können in ihrer Anzahl und Anordnung als die fünf Wunden Christi am Kreuz gedeutet werden. In den Kammern ist Makassar- Ebenholz eingelegt, so dass das Holz auf Vor- und Rückseite erscheint. Eine schlichte Schlaufe ermöglicht das Einfädeln einer breiten Silbergliederkette oder einer liturgischen Kordel. Das Kreuz ist bewusst schlicht gehalten.

Der Ring von Weihbischof Rolf Lohmann

Bischofsring
Der Bischofsring zeigt die Darstellung der Heiligen Familie. | Foto: Markus van Oorschot

Der Bischofsring von Weihbischof Rolf Lohmann wurde aus massivem 925er Silber gefertigt. Er enthält Intarsien kleiner Ebenholzstücke. Das Motiv des Rings zeigt die Heilige Familie mit einem Kreuz im Hintergrund. Vorbild ist die Darstellung der Heiligen Familie im Rosettenfenster der Pfarrkirche „Zur Heiligen Familie“ des Heimatortes von Weihbischof Lohmann, Westtünnen bei Hamm/Westfalen. Geschaffen wurde das Fenster im Jahr 1959 von Christian Göbel. Die Kreuzbalken im Ring sind aus Ebenholz und weisen auf das Kreuz hin, an dem Jesus starb.

Die Mitra von Weihbischof Rolf Lohmann

Mitra
Die Mitra verweist unter anderem auf die sieben Sakramente. | Foto: Markus van Oorschot

Die Mitra  von Weihbischof Rolf Lohmann ist per Hand aus Shantung-Seide gefertigt worden, die in der Seidenweberstadt Krefeld gewoben wurde. Das zentrale Kreuz besteht aus Seide, die mit Japangold umwickelt ist. Bestickt ist die Mitra mittig mit zwei blauen Dreiecken. Sie verweisen einerseits auf Maria mit ihrem blauen Mantel, symbolisieren aber ebenso Maria und Johannes unter dem Kreuz (Joh. 19, 25-27). Jeweils sieben rote Balken rechts und links stehen für sieben Gaben des Heiligen Geistes, die zum Beispiel bei der Firmung auf die Gefirmten herabgerufen werden. Außerdem symbolisieren sie die sieben Sakramente, die der Bischof spenden darf.