Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung: Katholische Regionen vorn

Die kinderreichsten Familien leben im Bistum Münster

In katholisch geprägten Regionen Deutschlands gibt es die meisten kinderreichen Familien. Das geht aus Statistiken des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung hervor, die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurden. Demnach gibt es in den niedersächsischen Landkreisen Cloppenburg, Vechta und dem Emsland die meisten Familie, die mehrere Kinder haben. Dort beträgt der Anteil der Frauen bis Ende 40, die mehr als drei Kinder haben, rund 25 Prozent (Cloppenburg, Vechta) und 23,2 Prozent (Emsland).

Auch im Unter- und Ostallgäu (Bayern und Baden-Württemberg) ist dieser Anteil mit 23,1 Prozent und 22,8 Prozent ebenfalls vergleichsweise hoch. Die wenigsten kinderreichen Familien leben in Brandenburg an der Havel, im brandenburgischen Cottbus und in Dessau-Roßlau in Sachsen. Ihr Anteil liegt jeweils bei rund 7,5 Prozent.

Zweikindfamilie ist der Standard

Gegenwärtig gibt es in Deutschland rund 1,4 Millionen Familien, in denen drei oder mehr Kinder im Haushalt wohnen. In den 1970er Jahren brachten etwa 30 Prozent der Frauen in Deutschland drei oder mehr Kinder zur Welt. Seitdem sank dieser Anteil auf derzeit rund 16 bis 17 Prozent. Nach Ansicht der Autoren der Untersuchung hat sich das Bild der Zweikindfamilie etabliert. Mehr Kinder zu haben, gelte als Abweichung von der Norm und münde nicht selten in einer Art von Stigmatisierung kinderreicher Familien.

Bei den Bundesländern liegt Baden-Württemberg an der Spitze mit 20,6 Prozent, es folgen Bremen (17,2 Prozent), Bayern (17,0 Prozent) und Rheinland-Pfalz (16,8 Prozent). Die wenigsten kinderreichen Familien leben in Sachsen-Anhalt (9,3 Prozent) und Brandenburg (11,6 Prozent).