Eine Serie von Pfarrer Stefan Jürgens

Die kleine Gebetsschule (10): Beten im Namen Jesu

Wegen der Corona-Krise gibt es derzeit keine öffentlichen Gottesdienste. Pfarrer Stefan Jürgens aus Ahaus lädt deshalb zu einer kleinen Gebetsschule für zu Hause ein. Die Impulse bauen aufeinander auf. „Das persönliche Gebet ist mir ein Herzensanliegen“, sagt Jürgens. Viele hätten jetzt Zeit dafür. Jeden Morgen ab 7.30 Uhr gibt es an dieser Stelle eine neue Folge seiner "kleinen Gebetsschule".

Gott hat Seinen Sohn gesandt, Jesus Messias, den Bruder der Menschen. In Seiner Auferstehung hat Gott Ihn erhöht zum Herrn über Himmel und Erde. So ist Jesus Bruder und Herr zugleich. Christen beten deshalb durch Christus und mit Ihm und in Ihm zum Vater.

Christen beten durch Ihn, weil Christus unsere Gebete mitnimmt zum Vater. Sie beten mit Ihm, weil Er ihnen zur Seite steht, mitbetet mit ihnen; Er macht ihre Not zur Sorge Gottes. Sie beten in Ihm, weil sie als Sein Leib und Seine Kirche, in Seiner Gestalt, zusammengefügt in Seinem Geist vor dem Vater stehen.

Christliches Beten geschieht in Gott, weil Jesus Christus der Mittler ist und weil die Gemeinde im Heiligen Geist versammelt ist. Wegen dieser unmittelbaren Verbundenheit durch, mit und in Christus sind sich Christen bewusst, dass Gott, der Vater, ihre Gebete hört; wie könnte Er auch an Seinen Kindern, an den Geschwistern Seines Sohnes vorbei sehen, ihre Anliegen und Bitten überhören? So bete ich im Vertrauen. Immer jedoch gilt: „Nicht mein, sondern dein Wille geschehe“ (Lukas 22,42).

Pfarrer Stefan Jürgens (51) ist Pfarrer in Ahaus. Bekannt geworden ist er auch als Buch-Autor, vor allem durch sein jüngstes Buch "Ausgeheuchelt". | Foto: Christof HaverkampPfarrer Stefan Jürgens (51) ist Pfarrer in Ahaus. Bekannt geworden ist er auch als Buch-Autor, vor allem durch sein jüngstes Buch "Ausgeheuchelt". | Foto: Christof Haverkamp

Gebet zum Vater

Vater im Himmel,
durch unseren Herrn Jesus Christus,
mit Ihm und in Ihm beten wir,
hören wir Dich und sprechen zu Dir.

Ihm glauben wir Dich, Seinen Vater.
Er macht unsere Not zu Deiner Sorge,
hört, was wir beten, stellt sich vor uns,
spricht mit, was wir sagen.
Er ist neben uns, in uns,
und deshalb beten wir durch Ihn.

Er ist Dein Geschenk für uns,
unser Weg zu Dir,
Mittler der Befreiung,
Ende aller Angst,
Anfang des Glaubens.

Menschen sind wir wie Er,
tragen als Christen Seinen Namen,
sehen die Welt mit Seinen Augen,
lieben die Menschen mit Seiner Zuwendung,
sprechen zu Dir mit Seinen Worten,
nennen Dich Vater um Seinetwillen,
feiern Dich mit Seinen Zeichen,
bitten mit Ihm, dass Dein Wille geschieht
und vertrauen Dir ganz mit Seinem Glauben.

Und Du, Vater, nimmst uns an wie Christus.
Und wir, Vater, dürfen uns sehen, wie Du uns in Christus siehst.
Unfassbar ist dieses Geheimnis.
So danken wir Dir und beten Dich an.

Bis morgen!
Stefan Jürgens

Herzliche Einladung zur Übertragung der Eucharistiefeier aus dem Paulusdom in Münster montags bis samstags um 8 Uhr und aus der Lambertikirche in Münster um 18 Uhr: www.kirche-und-leben.de