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Fakten zur Rolle der Bibel bei der Amtseinführung

Die meisten US-Präsidenten schwören mit der Hand auf der Bibel

  • Nirgends steht geschrieben, ein US-Präsident müsse seinen Amtseid auf die Bibel ablegen – aber die meisten tun es.
  • Fakten zur Rolle der Bibel bei der Amtseinführung.
  • Zwei Geistliche spielen zentrale Rollen bei der Vereidigung von Joe Biden am 20. Januar.
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Nirgends steht geschrieben, ein US-Präsident müsse seinen Amtseid auf die Bibel ablegen – aber die meisten tun es, sogar Donald Trump. Mancher Präsident wählte bewusst eine Textstelle aus, manchmal wurde die Bibel zufällig aufgeschlagen. Gelegentlich, wie beim ersten Katholiken im Amt, John F. Kennedy 1963, blieb sie geschlossen. Das „Joint Congressional Committee on Inaugural Ceremonies“, für die Amtseinführungen zuständig, hat einige Fakten zusammengetragen.

Die erste Bibel

George Washington begründete am 30. April 1789 die Tradition des Bibelgebrauchs beim Amtseid. Das Exemplar stammte aus der ältesten Freimaurerloge von New York. Die „aufgrund von Eile“ zufällig aufgeschlagene Textstelle war eine Passage aus dem Buch Genesis, dem ersten der Bibel.

Der Familienbesitz

Viele Präsidenten nutzten Exemplare aus Familienbesitz. Franklin D. Roosevelt hatte eine Ausgabe von 1686 dabei, die älteste Bibel, die bislang zum Einsatz kam. Roosevelt und seine Frau Eleanor führten den Besuch eines Gottesdienstes in der Bischofskirche St. John's am Morgen der Vereidigung ein.

Die Klassiker

Die Bibel George Washingtons kam danach noch bei vier weiteren Vereidigungen zum Einsatz: 1921 bei Warren G. Harding, 1953 bei Dwight D. Eisenhower, 1977 bei Jimmy Carter und 1989 bei George W. Bush. Auf Platz 2: die Bibel von Abraham Lincoln, auf die auch Barack Obama und Donald Trump den Amtseid ablegten.

Die beiden Testamente

Wird bei der Vereidigung die Bibel aufgeschlagen, dann entweder zufällig oder bei einer vom Kandidaten ausgesuchten Stelle. Dabei liegen Passagen aus dem Alten Testament klar vorn. William H. Taft etwa hatte 1919 einen Abschnitt aus dem ersten Buch der Könige, Kapitel 3, vor Augen: „Verleih daher deinem Knecht ein hörendes Herz, damit er dein Volk zu regieren und das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht.“

Der künftige Präsident

Beobachter erwarten, dass Joe Biden – wie bereits zu ähnlichen Gelegenheiten – eine besonders auffällige Bibel zur Vereidigung mitbringt. Die 15 Zentimeter dicke, mit einem Keltenkreuz verzierte Prachtausgabe befindet sich seit 1893 im Besitz von Bidens Familie, deren Wurzeln in Irland liegen.

Die Vereidigung von Joe Biden
Zwei Geistliche spielen zentrale Rollen bei der Vereidigung von Joe Biden, zweiter katholischer Präsident der US-Geschichte. Der Katholik und Jesuit Leo O'Donovan (Jahrgang 1934), ehemaliger Präsident der Georgetown-Universität in Washington D.C., hält die offizielle Rede bei der Amtseinführung am 20. Januar – auf Bidens Einladung.

O'Donovan hatte 2015 die Trauermesse für Bidens ältesten Sohn Beau geleitet, der 46-jährig an einem Hirntumor gestorben war. 1992, als Bidens Sohn Hunter Senior in Georgetown war, lud O'Donovan den damaligen Senator Biden ein, an der Jesuiten-Universität einen Vortrag über seinen Glauben und sein öffentliches Leben zu halten.

Den Segen bei Bidens Einführung als US-Präsident spricht der schwarze Pastor Silvester Beaman aus Bidens Heimatort Wilmington. Der Führer der „Bethel African Methodist Episcopal Church“ im Bundesstaat Delaware ist der Präsidentenfamilie seit fast 30 Jahren verbunden.

Beaman arbeitete mit Bidens Sohn Beau zusammen, als dieser in den 2000er Jahren als Generalstaatsanwalt von Delaware fungierte. Die Segens-Einladung an den schwarzen Prediger soll auch ein Zeichen gegen Rassismus setzen.

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