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Team um Pastor Martin Weber in Ibbenbüren produziert wöchentliche Sendungen

Die Pfarrei-Nachrichten kommen als Podcast - und am Telefon

  • Die fusionierte Großgemeinde Ibbenbüren und Brochterbeck gehört mit etwa 27.000 Menschen zu den größten im Bistum Münster.
  • Seit der Pandemie bringt Pastor Martin Weber eine Nachrichtensendung zum Hören heraus, auf dem Anrufbeantworter und als Podcast.
  • Unterschiedliche Menschen der Gemeinde vom leitenden Pfarrer bis zur Ferienlagerleitung berichten, was es in ihrem Bereich Neues gibt.
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„Mit viel Schwung und Begeisterung hat sie sich in unserer Gemeinde eingesetzt: Unsere Pastoralreferentin Sarah Krüßel geht nun als Ausbildungsreferentin zum Institut für pastorale Dienste nach Münster.“ Die Personalie aus der katholischen Pfarrei Ibbenbüren und Brochterbeck ist der Aufmacher der aktuellen Podcast-Folge von Pastor Martin Weber. Woche für Woche produziert der Internet-begeisterte Priester seit Beginn der Pandemie unter dem Titel „Kirchen-Sprache“ Nachrichten und Impulse zum Hören mit unterschiedlichen Themen und vor allem – Stimmen.

„Mit Internetangeboten erreiche ich nicht alle Menschen aus der Gemeinde. Da schreibe ich entweder Briefe oder rufe an“, schildert der Pastor, der die Internetseelsorge im Bistum Münster mit betreut, auf Facebook fast täglich kleine Videos postet und technisch auf den Anrufbeantworter schwört. Die evangelischen Kollegen hätten schon länger Andachten per Telefonansage gemacht, das brachte Weber auf eine weitere Idee: „Über TV-Gottesdienste bekommen Menschen, die nicht aktiv am Gemeindeleben teilnehmen können, ein gut vorbereitetes, spirituelles Angebot. Ich wollte daher einen Impuls mit lokalem Bezug machen sowie Andachten und Nachrichten kombinieren“, sagt der 63-Jährige.

Verkündigung aus der Telefonzelle

Pastor Martin Weber.
Pastor Martin Weber realisiert wöchentlich mit Haupt- und Ehrenamtlichen Kirchennachrichten zum Hören aus den Gemeinden Ibbenbüren und Brochterbeck. | Foto: privat

Technisch sei das nicht unbedingt Neuland für ihn, schmunzelt Martin Weber. Als er in den Achtzigerjahren als geistliche Begleitung mit ins Ferienlager auf Ameland fuhr, hängte er sich abends noch an den Hörer in einer Telefonzelle und versorgte die Gemeinde daheim über einen programmierten Anrufbeantworter mit Impulsen und Nachrichten der Ferienkinder.

„Von der Technik her war das eine gute analoge Möglichkeit. Lange Beiträge schneiden, wie heute am Computer, war natürlich nicht drin“, erinnert sich Weber, der vor allem auf das kostenfreie Programm „audacity“ zurückgreift, wenn er sich heute um die Audiodateien kümmert, die dann digital als Podcast und analog auf dem Anrufbeantworter laufen.

Technische Herausforderungen

Die erste Idee für das neue Format „Kirchen-Sprache“, nämlich einfach einen Anrufbeantworter an die Telefonanlage zu hängen, stellte sich als nicht so einfach heraus: „Dann blockiere ich sofort die Leitungen und kann nicht mehr im Büro arbeiten.“ Pastor Weber recherchierte bei verschiedenen Telefonanbietern, eine separate Leitung stellte sich als sehr teuer heraus.

Doch Pastor Weber ließ nicht locker und wurde bei „Gottesdiensttelefon“, einem Anbieter für Konferenzschaltungen aus Augsburg, fündig: „Für fünf Euro im Monat habe ich jetzt das Jahrespaket ,Telefonandacht‘ gebucht.“ Über diesen Zeitraum werde er auf jeden Fall mit der Sendung durchhalten, meint Martin Weber.

Kaplan berichtet von Firmlingstreffen

18 Folgen sind es bisher, meist zwischen zehn und zwölf Minuten lang – sogar mit einfachem Jingle, der vom Sound irgendwie an Dudelsack und Orgel erinnert, aber wunderbar die einzelnen Wortbeiträge unterteilt. Diese bekommt der Pastor entweder als Audiodatei zugeschickt oder er nimmt sie selbst mit dem Handy oder seinem Anrufbeantworter auf.

Zu hören ist zum Beispiel Kaplan Sebastian Frye, der von einer Videokonferenz mit 200 Firmlingen berichtet: „Total schön, dass so viele digital gekommen sind, sich sogar aus Hörstel und Münster dazugeschaltet haben! Die Jugendlichen haben unsere Erwartungen übertroffen.“ Dabei ist deutlich die gute Laune in Fryes Stimme herauszuhören. Weiter geht es mit dem leitenden Pfarrer Stefan Dördelmann, der sich bei allen Unterstützern und Mitfeiernden der gerade zahlreich stattfindenden Erstkommuniongottesdienste bedankt.

Predigten werden „brutal gekürzt“

Die Geschwister Büscher informieren über das geplante Ferienlager. Christa Hüttl von der Katholischen Frauengemeinschaft nimmt Stellung zum umstrittenen römischen Papier aus Rom, und weist auf eine Ausstellung in der St. Ludwig-Kirche Ibbenbüren hin. Den spirituellen Impuls schneidet Pastor Weber meist im Gottesdienst mit: „Da kürze ich dann im Nachgang auch mal ganz brutal“, stellt er fest, eine zehnminütige Predigt sprenge einfach das Format.

Drei Kanäle bespielt die Gemeinde mit diesem Hörformat: Über ihr eigenes Telefon können Menschen die Telefonnummer der „Kirchen-Sprache“ anrufen und sich die Beträge anhören. Über die Podcastplattform „Anchor“, die Plattform „Spotify“ sowie auf der Homepage der Gemeinde können sich die User durchklicken. Darüber hinaus schicken Gemeindemitglieder die Hörstücke per Messenger-Dienst weiter: „Da spricht Kirche auch zu Menschen, die sonst gar nicht in unserer Gemeinde präsent sind“, sagt Pastor Weber. Über 2.000 Hörer haben die Sprecher bisher gemeinsam erreicht.

Neue Gemeinden bei Zoom und Clubhouse

„Die Kirchengemeinde, wie wir sie kennen, besteht seit etwa 150 Jahren und ist dabei, sich zu reduzieren. Es gibt schon lange andere Formen von Gemeinden“, ist seine Meinung. Die Menschen, die sich gemeinsam vor einem TV-Gottesdienst versammelten, oder sich auf „Zoom“ oder „Clubhouse“ träfen, seien für ihn „auf ihre Art und Weise auch Gemeinde.“

Ein Vorbild ist für ihn der 2018 verstorbene Pfarrer Josef Tombrink: „Er hat mich bei meiner Antrittsstelle in Rheine ausgebildet und immer gesagt: ,Wenn der Apostel Paulus heute noch leben würde, würde er für die Verkündigung ein Radio und einen Helikopter benutzen!‘“

Bei Martin Weber ist es der Anrufbeantworter, sein Handy und sein Computer – neben den vielen haupt- und ehrenamtlichen Menschen, die mit ihren Stimmen in „Kirchen-Sprache“ Nachrichten machen.

Hier geht’s zur „Kirchen-Sprache“:
Die aktuelle Folge ist jeden Sonntag unter Tel. 05451/8939588 anzuhören, zudem gibt es sie unter https://anchor.fm/kirchensprache und auf der Internetseite der Pfarrei.

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