Am 2. Februar wird es noch einmal weihnachtlich

Die Prophetin Hanna, die unreine Maria und „Darstellung des Herrn“

„Darstellung des Herrn“ ist ein merkwürdiger Name für das Fest am 2. F­ebruar. Früher hieß es „Maria Lichtmess“. Jetzt soll eher Jesus  im Zentrum stehen. Auch ein greiser Mann kommt zu Wort. Doch vergesst die Frauen in dieser Geschichte nicht!

Vierzig Tage nach dem 25. Dezember wird es noch einmal richtig weihnachtlich-heimelig, und erstaunlich viele Menschen zieht es an diesem Tag, meist am Abend, in den Gottesdienst. Einer der Gründe wird sicherlich sein, dass der Blasius-Segen gespendet wird. Eine alte, wunderbare Tradition, die wohl auch deshalb so beliebt ist, weil diesen Segen jeder Einzelne persönlich empfängt.

Dazu werden zwei brennende Kerzen vor Kinder, Jugendliche, Erwachsene gehalten – und zwischen diese flackernden, warmen Lichter hindurch formulieren Geistliche oder auch Laien den Segensspruch auf die Fürsprache des heiligen Blasius: „Der allmächtige Gott schenke dir Gesundheit und Heil.“ Ein Zuspruch, der Körper und Seele meint.

Segen und Licht tun gut

Eigentlich wird das Fest des heiligen Bischofs Blasius erst einen Tag später gefeiert, und manche Gemeinde spendet den beliebten Segen in diesem Jahr sogar dann, obwohl der 3. Februar auf einen Sonntag fällt und damit den Heiligen-Gedenktag verdrängt.

Segen und Licht – das tut unserer Seele gut. Dabei haben die Kerzen im Abendgottesdienst des 2. Februar nicht nur mit dem Blasiussegen zu tun, sondern vor allem mit dem Fest der „Darstellung des Herrn“. Bis zur Liturgiereform in den 1960er Jahren hieß es „Mariä Lichtmess“, und sein Licht-Ritus geht wohl auf heidnische Lichterprozessionen zurück. Bis heute jedenfalls werden im Gottesdienst am 2. Februar Kerzen gesegnet, auch ein Lichterzug durch die Kirche ist üblich.

Was sagt die Bibel?

Der biblische Hintergrund des Festes ist vielschichtig. Zum einen berührt es eine alttestamentliche Vorschrift, wonach eine Frau 40 Tage nach einer Geburt als kultisch unrein galt. Durch ein Opfer im Tempel – „ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben“, heißt es im Lukas-Evangelium – wurde sie wieder rein. Außerdem galt der Erstgeborene als Gottes Eigentum, das durch ein Opfer „ausgelöst“ werden musste.

Genau das taten Maria und Josef: Sie „präsentierten“ ihren Jesus Gott, brachten ihn ihm dar. Daher die lateinische Festbezeichnung „praesentatio domini“ oder „Darstellung des Herrn“ – und auch wir feiern 40 Tage nach Weihnachten dieses Fest: eben am 2. Februar. Zugleich wird der „Tag des geweihten Lebens“ begangen. Papst Johannes Paul II. hat das 1997 so festgelegt, um die Wertschätzung der Orden und anderen geistlichen Gemeinschaften zu fördern.

Unrein durch die Geburt?

Die Vorstellung, dass eine Frau durch eine Geburt, vor allem wohl durch das Blut, unrein würde – nicht nur für Frauen klingt das heute befremdlich. Doch in der Tat beginnt schon mit Jesus etwas völlig Neues. Dafür sind zwei sehr alte Menschen Zeugen. Der eine ist der „greise Simeon“, dessen begeisterter Lobpreis es sogar bis ins Stundengebet der Kirche geschafft hat: „Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.“ Licht! Da ist es wieder.

Doch es gibt auch noch Hanna, eine offenkung starke, selbstbewusste Frau. Von ihr sagt das Lukas-Evangelium, sie sei eine Prophetin, 84 Jahre alt und nur sieben Jahre verheiratet gewesen. Dann starb ihr Mann – und fortan lebte sie mehr oder weniger ständig im Tempel. Jetzt aber kommt sie zu Simeon, dem jungen Paar und dem kleinen Jesus hinzu.

Was hat Hanna überhaupt gesagt?

Über das, was dann geschah, verliert Lukas nur wenige Worte: „Sie pries Gott und sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung wareteten.“ Was genau sie gesagt hat, erfahren wir nicht. Vielleicht typisch für die damalige Stellung der Frau?

Dennoch bleibt es dabei: Hanna war eine Prophetin. Sie auf das noch so wertvolle, aber eben zurückgezogene Gebet im Tempel zu reduzieren, würde ihr nicht gerecht. Man mag sich schwer tun damit, Frauen als Diakonin oder Priesterin in der katholischen Kirche zu sehen. Dass es bis heute Prophetinnen gibt, steht außer Frage.

Allerdings beginnt, wie gesagt, mit Jesus etwas Neues: sein Umgang mit der Unreinheit zeigt es. Schließlich heilt er nicht nur „Aussätzige“ von ihrer „Unreinheit“, er lässt sich auch von einer „blutflüssigen“, also unreinen Frau berühren – und das sowohl wörtlich als auch übertragen: Die Ausgrenzung der Frau rührt ihn zutiefst an. Und schon ist sie geheilt.