2016 schon 2.000 Fälle – ohne Nordrhein-Westfalen

Diebstähle aus Kirchen weiterhin auf hohem Niveau

Die Zahl der Diebstähle in Kirchen und Kapellen bleibt auf hohem Niveau. Auch für 2016 verzeichnet die Polizei bundesweit mehr als 2.000 Delikte. Das geht aus Statistiken der Landeskriminalämter hervor, die die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) ausgewertet hat. Seit 2010 lagen die Zahlen immer über der 2.000er-Marke. Der Höchstwert wurde 2015 mit 2.642 Diebstählen und Einbrüchen verzeichnet.

Für 2016 lassen sich bisher 2.015 Vorfälle aus den Statistiken filtern. Aus Thüringen und Nordrhein-Westfalen fehlen die Zahlen – in NRW erfasste die Polizei in den sechs Jahren zuvor im Durchschnitt 720 Kirchendiebstähle pro Jahr. Berlin, Bremen, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern erheben keine gesonderten Daten für Einbrüche in Kirchen.

Kunst-Diebstähle selten

Das Spektrum reicht laut Angaben von Metalldiebstählen – wie dem Abmontieren von Dachrinnen aus Kupfer – über die Entwendung von technischen Geräten wie Beamern bis zum Aufbrechen von Opferstöcken. Vergleichsweise selten nehmen Täter sakrale Kunstgegenstände mit.

Zwischen 2010 und 2015 verzeichneten die Landeskriminalämter bundesweit insgesamt rund 14.300 Einbrüche in Kirchen. In Nordrhein-Westfalen richteten Täter in dieser Zeit bei rund 4.300 Vorfällen einen Gesamtschaden von mehr als 2,8 Millionen Euro an. Damit lag NRW im Ländervergleich an der Spitze. Nicht bei Kircheneinbrüchen erfasst sind etwa Buntmetalldiebstähle auf Friedhöfen und Taschendiebstähle in Kirchen.

Die Aufklärungsquoten variieren von Bundesland zu Bundesland, werden aber nicht überall statistisch erfasst. 2016 waren sie mit 36,5 Prozent in Sachsen am höchsten; zu den Schlusslichtern gehörte Brandenburg mit 8,8 Prozent.

Der Fall Borghorst

Für überregionale Schlagzeilen sorgte 2013 der Diebstahl des Borghorster Stiftskreuzes aus der katholischen St.-Nikomedes-Kirche in Steinfurt. Das Kreuz wurde 2017 aus dem Umfeld der Täter gegen Zahlung einer Summe von 100.000 Euro wiederbeschafft.

In diesem Jahr soll es in die Kirche zurückkehren. Dafür entwickeln das Bistum Münster, Versicherer und Experten ein Sicherheitskonzept. Dessen Standards gehen nach Angaben von Pfarrer Markus Dördelmann „deutlich über das hinaus, was die Versicherungen fordern“.

Der Fall Kevelaer

Weniger Glück hatten bisher die Canisianer in Kevelaer. Dort entwenden Diebe im Oktober ein edelsteinbesetztes Armreliquiar mit Knochenresten des heiligen Petrus Canisius. Das Kunstwerk und sein Inhalt besitzen den Bestohlenen zufolge einen unschätzbaren ideellen Wert. Bis heute ist es nicht wieder aufgetaucht.

Zuletzt sorgte ein Diebstahl im Bremer Birgittenkloster für Aufsehen. Die dort entwendeten Reliquien der heiligen Birgitta von Schweden wurden mittlerweile zurückgegeben. Ebenfalls gestohlene liturgische Geräte bleiben verschwunden.