Hilfe für ältere Gemeindemitglieder - und Kontakt der Generationen

„Digitale Paten“ helfen bei Gottesdienst-Anmeldung in Emsdetten

  • Wer sich online nicht auskennt, kann sich in Emsdetten nicht für Gottesdienste anmelden.
  • In St. Pankratius gibt es daher Paten, die das Anmelden für Gemeindemitglieder übernehmen.
  • Das Ehepaar Eckholt ist froh über die Hilfe.
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In den Kirchen der Pfarrei St. Pankratius Emsdetten liegen derzeit kleine Visitenkarten aus: Wer Hilfe bei den Online-Anmeldungen zum Gottesdienst benötigt, bekommt einen „Digital-Paten“ an die Seite gestellt. „Digitalisierung gehört nicht zum Standardrepertoire vieler älterer Gottesdienstbesucher. Wir möchten sie mit diesem Angebot im Blick behalten“, sagt Kaplan Joachim Brune zu „Kirche-und-Leben.de“.

Im Krisenstab der Pfarrei war diskutiert worden, wie man Menschen ohne Online-Kenntnissen die digitale Anmeldung zu den Gottesdiensten erleichtern könne: „Es ist ja auch so, dass wir nicht wissen, wie lange wir diese Anmeldeverfahren noch beibehalten müssen. Wir sind auf der sicheren Seite, wenn wir unsere Gemeinde im Online-Training lassen.“

Mit dem „Digital-Paten“ telefonieren

Das Prinzip ist simpel: Wer eine Patenschaft übernehmen möchte, nimmt sich eine Visitenkarte und schreibt seinen Namen und Kontaktdaten darauf. Die Karte wird in der Sakristei abgegeben. Menschen, die Hilfe benötigen, können sich jeweils am Wochenende nach den Gottesdiensten eine Visitenkarte abholen und dann mit ihrem „Paten“ telefonisch in Kontakt treten.

So eine Patin ist Melina Weßendorf: „Eigentlich bin ich in der Gruppenleitung bei der Katholischen jungen Gemeinde und betreue Kindergruppen“, sagt die 22-Jährige. Die Gruppenstunden fallen aber – bis auf einige Online-Aktionen - gerade aus: „Ich habe Zeit und dann helfe ich eben woanders“, sagt Melina Weßendorf, die in Paderborn Grundschullehramt studiert.

„Wir sind so froh, dass wir sie haben“

Sie regelt die Gottesdienst-Anmeldung für ihre „Patenkinder“ flexibel über Handy und Laptop - mal aus der elterlichen Wohnung in Emsdetten, mal aus ihrer Paderborner Studenten-WG. Was sie beachten muss? „Den Sitzplatzwunsch, denn das Ehepaar besucht jede Woche seine Stammkirche“, weiß die junge Frau.

„Wir sind so froh, dass wir Melina Weßendorf haben!“, sagt Adelheid Eckholt am Telefon. Ihr 82-jähriger Mann und sie besuchen regelmäßig die Vorabendmesse in St. Josef. „Als zu Weihnachten die Umstellung von telefonischer Anmeldung auf online kam, standen wir da“, sagt die 79-Jährige.

„Gottesdienst ist für uns ganz wichtig“

Zum Glück habe Kaplan Brune ihnen „ihre“ Patin vermittelt. „Sie macht das ganz toll“, finden die Eckholts. „Der Gottesdienst ist für uns ganz wichtig, gerade in diesen Corona-Zeiten“, sagt Adelheid Eckholt.

Die sich veränderte Mediennutzung und die zunehmenden digitalen Prozesse beobachtet sie interessiert, auch bei ihren Nichten und Neffen. So richtig durchsetzen konnte sich „Online“ bei Ehepaar Eckholt aber nicht: „Wir haben keinen Zugang dazu, auch wenn ich es gerne können würde.“ Man fühle sich ein bisschen abgehängt, „aber so ist nun mal die technische Entwicklung“. Umso dankbarer sind die Emsdettener, dass sich Melina Weßendorf regelmäßig Zeit für das Anmeldeverfahren nimmt.

Auch Telefonimpulse gibt es

„Durch die Hilfe jüngerer Gemeindemitglieder - Messdiener oder Sänger der Jugendkantorei - rücken Jung und Alt in dieser Corona-Zeit näher zusammen“, sagt Kaplan Brune, der sich freut, dass das Projekt in der Pfarrei mittlerweile ganz selbstständig läuft. Einen weiteren Anstoß bekam der Liturgieausschuss der Pfarrei aus St. Willehad Wilhelmshaven. Dort können sich Interessierte per Telefon einen Impuls vorlesen lassen.

Nun springt auch in Emsdetten unter  02572 / 960 33 940 ein Anrufbeantworter an, der wöchentlich mit neuen Impulsen besprochen wird: „Mit diesem Angebot sollen besonders die Menschen erreicht werden, für die der Umgang mit Smartphone oder Tablet nicht selbstverständlich ist“, sagt der Kaplan.

Fastenpredigten nur analog - leider

Gerne hätte er auch die Fastenpredigtreihe in der Pankratius-Kirche über ein Online-Angebot vielen zugänglich gemacht. Diese Gottesdienste werden analog stattfinden, eine Online-Anmeldung ist nötig: „Aufgrund der Renovierungsarbeiten ist es technisch noch nicht möglich, von dort aus zu streamen“, bedauert Brune.

Die Fastenpredigten finden in den Eucharistiefeiern am zweiten, dritten und vierten Fastensonntag um 19 Uhr in der St.-Pankratius-Kirche, Kirchstraße 2-6, statt. Sie orientieren sich an dem Leitwort des Pfarreirats für 2021: „Wir sind da!“:
28. Februar
Pater Daniel Hörnemann OSB aus der Abtei Gerleve spricht zum Thema „Gottes Sein – und Dasein: Sein Name ist Programm. Der Dornbusch-Name als Glaubenskonzentrat im Buch Exodus“.
7. März
Professor Ulrich Lüke aus Münster predigt über „Krankenhausseelsorge – eine andere Form von Geburtshilfe“.
14. März
Schwester Lucia Dießel aus Münster spricht zum Thema „Was ihr für einen meiner geringesten Schwestern und Brüder getan habt, das habt ihr mit getan – Christusbegegnung im Dasein für meinen Nächsten“.

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