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Stadtrat entscheidet: Wertvoller Fund kommt der Allgemeinheit zugute

Dinklager Friedhofsschatz wird geteilt – Friedhöfe und Stiftung profitieren

  • Einen wertvollen Schatz hatten Gartenarbeiter vor vier Jahren auf dem katholischen Friedhof Dinklage entdeckt.
  • Wem der gehörte und künftig gehören wird, war bis zu einer juristischen Klärung im Vorjahr unklar.
  • Der Stadtrat verteilt das Geld nun an die Friedhöfe und an eine soziale Bürgerstiftung.
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Jetzt wird das Geld geteilt: Der Stadtrat Dinklage will den „Dinklager Friedhofsschatz“ verkaufen und den Erlös zwischen den Kirchengemeinden im Ort und einer noch zu gründenden Bürgerstiftung verteilen. Diesen Stadtratsbeschluss machte Carl Heinz Putthoff, Allgemeiner Stellvertreter des Bürgermeisters, bekannt. Insgesamt geht es um eine Summe von 750.000 Euro.

Der Schatz war 2016 bei Erdarbeiten auf dem katholischen Friedhof in Dinklage von einem Arbeiter entdeckt worden. Der Mitarbeiter einer Gärtnerei hatte bei Baggerarbeiten auf dem Friedhof in mehreren Kunststoffboxen unter anderem Bargeld und 450 Goldmünzen in der Erde entdeckt. Die Boxen waren offensichtlich noch nicht lange vergraben. Die Stadtverwaltung Dinklage hatte den Schatz seitdem in einem Bankschließfach verwahrt. Denn ein Eigentümer meldete sich nicht.

 

Wirklich Fundsache?

 

Wem der Schatz nun gehören solle, war nicht von Anfang an klar. Dem Friedhofsgärtner, der Geld und Münzen ausgebaggert hatte? Der katholischen Kirchengemeinde, auf deren Grund er entdeckt worden war? War der Schatz eine Fundsache? Oder „ein  herrenloses Gut“? Schließlich: Könnte es wenigstens einen Finderlohn für den Arbeiter geben?

Darüber hat das Oberlandesgericht Oldenburg inzwischen entschieden. Der Arbeiter wollte den Anspruch auf Finderlohn juristisch klären lassen. Wegen der enormen Prozesskosten in wahrscheinlich fünfstelliger Höhe hatte er staatliche Hilfe dafür beantragt. Das hat das Gericht inzwischen abgelehnt. „Keine hinreichende Erfolgsaussicht“, heißt es im Urteil. Denn es handle sich eindeutig nicht um eine Fundsache, ein Prozess um Finderlohn sei also aussichtslos.

 

Stadtrat Dinklage schafft Klarheit

 

Wie es nach diesem Urteil mit dem Schatz weitergehen sollte, war zunächst unklar. Der Beschluss des Stadtrates schafft nun Klarheit und sorgt dafür, dass der Erlös der Allgemeinheit zugutekommt.

Das Geld wird aufgeteilt. 60 Prozent fließen in eine neu zu gründende Bürgerstiftung, die soziale Projekte in der Stadt unterstützen soll. 40 Prozent werden zurückgelegt zur Finanzierung der Friedhöfe in Dinklage. Je einen betreiben die katholische Gemeinde St. Catharina und die evangelische Kirchengemeinde. Für mögliche Investitionen dort können Mittel aus dieser Rücklage beantragt werden.

 

Vielleicht doch Anerkennung für den Finder

 

Der Arbeiter, der den Schatz entdeckt hat, geht zunächst leer aus. Allerdings hatte das Oberlandesgericht Oldenburg in seinem Beschluss sinngemäß erklärt, die Stadt könne dem Arbeiter natürlich auch ohne gesetzlichen Anspruch „eine Anerkennung“ zukommen lassen. Der Mann habe sich „in jeder Hinsicht redlich“ verhalten und der Allgemeinheit letztlich „einen Vermögenszuwachs“ verschafft. Ob die Stadt Dinklage darauf reagiert, ist noch nicht bekannt.

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