Gemeinsame Ausstellung mit Bibelmuseum zum Reformationsjubiläum

Diözesanbibliothek Münster zeigt Bibeln aus der Reformationszeit

Eine Ausstellung in der Diözesanbibliothek Münster greift ab Montag, 16. Januar, das diesjährige Reformationsjubiläum auf. In Zusammenarbeit mit dem Bibelmuseum der Universität Münster organisiert die Diözesanbibliothek die Ausstellung zum Thema „Plagiat? Luthers Bibelübersetzung und die katholischen Bibelausgaben der Reformationszeit“.

In fünf Vitrinen werden Originalausgaben und Nachbildungen deutscher Bibelübersetzungen der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts gezeigt. Begleitet werden sie von vergleichenden Textauszügen auf Schautafeln und einer Medienpräsentation.

Luthers Plagiatsvorwurf

Zu sehen sind unter anderem Martin Luthers „Septembertestament“ (Neues Testament 1522) und seine Bibelübersetzung (1534). Ihnen gegenübergestellt werden die drei katholischen Ausgaben von Hieronymus Emser (Neues Testament 1527), Johannes Dietenberger (Bibel 1534) und Johann Eck (Bibel 1537).

Die Bischöfliche Pressestelle Münster erläutert, Luther habe bereits 1530 einen Plagiatsvorwurf gegenüber Emser in dem ebenfalls ausgestellten „Sendbrief vom Dolmetschen“ erhoben. Ein historisch-kritischer Textvergleich veranschaulicht den tatsächlichen Anspruch der katholischen Korrekturbibeln.

Der Bogen wird schließlich zu den aktuellen Bibelausgaben deutscher Sprache fast 500 Jahre nach dem Plagiatsstreit geschlagen, vertreten durch die revidierten Fassungen von Lutherbibel und Einheitsübersetzung von 2016.

Eröffnet wird die Ausstellung am 16. Januar um 18 Uhr in der Diözesanbibliothek Münster, Überwasserkirchplatz 2. Nach einer Begrüßung durch Dr. Peter Behrenberg, Leiter der Diözesanbibliothek, und einer Einführung von Professor Dr. Holger Strutwolf, Direktor des Bibelmuseums, schließt sich ein Rundgang an. Die Ausstellung ist bis zum 17. März montags bis freitags von 9 Uhr bis 18 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.
Nähere Informationen unter: www.dioezesanbibliothek-muenster.de