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Gemeinsam mit Ulrich Vollmer bildet sie die Spitze der Laienvertretung im Bistum Münster

Diözesankomitee-Chefin Brigitte Lehmann: Ich kämpfe für Gerechtigkeit

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Die Kirche auf allen Ebenen nach vorn bringen trotz aller Krisen und Negativ-Schlagzeilen, das will Brigitte Lehmann. Seit einigen Wochen leitet die Niederrheinerin zusammen mit dem Münsterländer Ulrich Vollmer das Diözesankomitee der Katholiken im Bistum Münster.  

Brigitte Lehmann war erst wenige Wochen als Vorsitzende des Diözesankomitees der Katholiken im Bistum Münster im Amt, als sie sich mit einer Erklärung aus dem Vatikan zu befassen hatte, die das Vorgehen des Synodalen Wegs kritisierte und vor einem angeblichen Sonderweg der deutschen Kirche warnte.

„Der Synodale Weg darf als Reformprojekt nicht vor die Wand gefahren werden“, hatte Lehmann umgehend für das Diözesankomitee erklärt und die Kritik aus Rom zurückgewiesen. Zusammen mit Ulrich Vollmer, mit dem sie seit Mai 2022 die Doppelspitze der organisierten Laienvertretung im Bistum Münster bildet, formulierte sie eine entsprechende Erklärung.

Erfahrung in Verbänden und vielen Gremien

Die 66-Jährige weiß ihr Wort zu machen und ist in der katholischen Welt gut vernetzt. Seit mehr als 30 Jahren engagiert sie sich in der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) – viele Jahre davon als Diözesanvorsitzende. Sie ist Aufsichtsratsvorsitzende im KAB-Bundesverband, arbeitet im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft katholischer Organisationen Deutschlands (AGKOD) mit, ist Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und nicht zuletzt Delegierte beim Synodalen Weg.

Die Aufzählung der Funktionen kann noch verlängert werden: Brigitte Lehmann wirkt in der KAB ihres Heimatorts Walbeck in Geldern am Niederrhein mit, hat sich in den Diözesanrat und in den Diözesankirchensteuerrat entsenden lassen. Vor einiger Zeit hat sie eine Ausbildung zur Wortgottesdienstleiterin absolviert, um liturgische Feiern vorbereiten zu können.

"Laien stärker gefordert"

„Der Priestermangel ist hinlänglich bekannt. Laien können Gottesdienste leiten, und sie sind gefordert, wenn die neuen Pastoralen Räume entstehen“, sagt die Katholikin, die ihr Engagement für die Kirche nach dem Eintritt in den beruflichen Ruhestand ausgebaut hat.

Dabei ist die gebürtige Krefelderin eher zufällig in die katholische Verbandswelt gekommen. Als die studierte Betriebswirtin mit ihrem Mann nach Geldern-Walbeck zog, fragte eine Nachbarin, ob sie nicht in der KAB mitmachen wolle. „Warum nicht, habe ich mir gedacht. Wer als Neuzugezogene im Ort dazugehören will, muss irgendwo mitmischen. Die KAB war es dann“, sagt Lehmann.

Welche Fragen sie für dringend hält

Dass die Mutter von drei erwachsenen Söhnen, die lange Zeit in einem Baumarkt für das Rechnungswesen und für Personalfragen zuständig war, heute als Aufsichtsratsvorsitzende des KAB-Bundesverbands wirkt, hätte sie nie gedacht. „Diese Aufgabe hört sich gewaltig an, ist sie aber gar nicht. Es geht um Rechnungsprüfung. Ich versuche, das zu tun, was ich kann. In der Kirche mitzuarbeiten, macht einfach Freude, auch wenn man sich schon mal kräftig ärgern kann“, sagt sie.

Mitbestimmung der Laien, ein gleichberechtigtes Miteinander von Frauen und Männern und eine Verschlankung der Strukturen - all das sind für die Diözesankomitee-Vorsitzende drängende Fragen: „Eine synodale Kirche, die brauchen wir.“

Einsatz für gerechte Arbeitswelt

Die Schaffung der neuen Pastoralen Räume im Bistum Münster werde dann gelingen, sagt sie weiter, wenn die Verbände und die kirchlichen Gremien intensiv einbezogen würden. „Trotz der allgemeinen Kirchenkrise und der knapper werdenden Ressourcen sehe ich gute Möglichkeiten, Gemeindeleben attraktiv und lebensnah zu gestalten.“

Nicht zugucken und meckern ist ihr Motto, sondern anpacken und mitgestalten. „Dabei treibt mich die Frage der Gerechtigkeit an“, sagt Lehmann. Ihr Einsatz für die KAB komme deshalb nicht von ungefähr: „Die Arbeits- und Lebenswelt muss gerecht gestaltet werden. Dafür streite ich wie die gesamte KAB.“

Kampf gegen Altersarmut

Die Walbeckerin zählt auf, für was sie steht: Mindestlohn, eine gerechte Bezahlung der Beschäftigten, ein Lieferkettengesetz, das Ausbeutung verhindert, Kampf gegen Altersarmut und vieles mehr. „Unsere Gesellschaft darf nicht in eine soziale Schieflage geraten“, sagt Lehmann.

Zusammen mit ihren Vorstandskolleginnen und -kollegen im Diözesankomitee wolle sie dem selbst gesteckten Anspruch gerecht werden, der im Papier „Die katholischen Verbände im Bistum Münster – ein starkes Stück Kirche“ so formuliert wurde: „Starke Verbände und ein starkes Diözesankomitee leisten wertvolle Arbeit, die pastoralen Aufgaben in Kirche und Gesellschaft zielgerichtet anzugehen und bieten auch kirchenfernen Christinnen und Christen einen neuen Zugang zum Glauben und zur Kirche.“

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