Wie ökologisch muss Landwirtschaft auf Kirchengrund sein?

Diözesankomitee Münster streitet über Verpachtung von Land

Welche Rolle spielen ökologische Kriterien, wenn es um die Verpachtung von Kirchenland etwa an Landwirte geht? Darüber hat das Diözesankomitee der Katholiken im Bistum Münster äußerst kontrovers diskutiert. Anlass war ein Antrag des Sachausschusses „Schöpfungsverantwortung und nachhaltige Entwicklung“.

Darin empfiehlt der Sachausschuss bei der Auswahl von landwirtschaftlichen Pachtbetrieben unter anderem, Pestizide zu vermeiden, artgerechte Tierhaltung, genfreies Wirtschaften und das Arbeiten „in betrieblichen und regionalen Stoffkreisläufen“. Werner Siemens als Sprecher des Sachausschusses erläuterte, das Papier sei ein Orientierungsrahmen für verantwortliche Gremien der Kirche, um „transparent und glaubhaft Schöpfungshandeln“ zu dokumentieren.

Bauern lehnen Antrag ab

Zahlreiche Bauernvertreter von KLB und KLJB waren eigens wegen dieses Tagesordnungspunktes nach Münster gekommen. Sie forderten die Vollversammlung auf, über diesen Antrag nicht abzustimmen. Auch die Bauernverbände halten Veränderungen in der Landwirtschaft für notwendig. Aber sie forderten die Delegierten auf, einen Weg zusammen mit der Landwirtschaft zu suchen.

Die Vollversammlung vertagte das Thema auf den Herbst, um dann in einem gemeinsamen Antrag über den ökologischen Handlungsrahmen abzustimmen.