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Kunst-Experte und Domkustos wird am 18. August verabschiedet

Diözesankonservator Udo Grote geht in den Ruhestand

Udo Grote (62) tritt in den Ruhestand. Der langjährige Diözesankonservator des Bistums Münster und Kustos des Münsteraner Doms wird am Dienstag in den Ruhestand verabschiedet. Er beriet zudem die Gemeinden im Umgang mit Kunstwerken.

Udo Grote (62) tritt in den Ruhestand. Der langjährige Diözesankonservator des Bistums Münster und Kustos des Münsteraner Doms wird am kommenden Dienstag in den Ruhestand verabschiedet, wie die Bischöfliche Pressestelle mitteilte.

1990 trat Grote eine Stelle als Archivar, Bibliothekar und Kustos der Domschatzkammer in Xanten an, wurde Domkustos des dortigen St.-Viktor-Doms und war dort für baulichen Unterhalt, Ausstattung, Schmuck und Beaufsichtigung des Doms sowie für den Domschatz verantwortlich. Parallel entstand in Xanten das Stiftsmuseum mit Archiv und Bibliothek, das Grote mit aufgebaut hat.

2001 übernahm Grote diese Aufgabe auch für den St.-Paulus-Dom Münster. Schon drei Jahre zuvor war er Diözesankonservator des Bistums Münster geworden und damit verantwortlich für den Bestand und die Bewahrung aller Kunstgegenstände in Kirchen und kirchlichen Museen im Bistum. An dieser Aufgabe arbeitete Grote gemeinsam mit der Gruppe Kunstpflege im Generalvikariat, deren Leitung er übernahm.

Zahlreiche Ausstellungen und Publikationen

Im Stiftsmuseum Xanten gestaltete Grote unter anderem die Dauerausstellung und die Sammlung zu Norbert von Xanten. Mit verantwortlich war er laut Pressestelle auch für die Zusammenstellung und Ausrichtung großer Ausstellungen wie „Kirchenschätze“ von 2006 und „Die goldene Pracht“ von 2011. „Dabei war mir immer wichtig, die allgemeine Geschichte in Bezug zur Geschichte unseres Bistums zu setzen“, erklärt er. 

Parallel erarbeitete er über die Jahre als Autor oder Herausgeber 60 Bücher, Artikel und Kataloge. Zu seinen wichtigsten Veröffentlichungen zählen das Buch „Zwei Jahrtausende Geschichte der Kirche am Niederrhein“, das im Dialogverlag Münster erschien (hier können Sie es bequem bestellen), und ein Führer durch den Dom in Münster. Grote war zudem an einer ebenfalls im Dialogverlag produzierten interaktiven Dom-DVD beteiligt.

Was geschieht mit Kunst aus profanierten Kirchen?

Als Diözesankonservator gehörte außerdem etwa die fachliche Begleitung von Kirchengemeinden beim Umgang mit und der Sicherung von deren Kunstwerken sowie die Inventarisierung zu seinen Aufgaben. Dabei ging es in jüngerer Zeit wegen der Profanierung von Kirchengebäuden zunehmend um die Frage, was aus den dortigen Ausstattungsstücken wird. 

„Die Vielfalt der Aufgaben und dass man mit den in Theorie und Praxis erworbenen Kenntnissen Menschen helfen kann, das hat mich immer am meisten erfüllt“, sagt Grote rückblicken. Dabei sei ihm „Kennerschaft immer vor Wissenschaft“ gegangen. „An der Uni lernt man ja nicht, wie man mit Küstern oder Museumsleitungen zusammenarbeitet“, sagt Grote, der „tragfähige Netzwerke“ für unverzichtbar in seinem Beruf hält. 

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