Gremium spricht über Missbrauch und die mittlere Ebene

Diözesanrat im Bistum Münster: Künftig zwei Sitze weniger für Priester

Dem Diözesanrat werden künftig zwei Priester weniger angehören. Diese beiden Sitze werden in Zukunft von einem Vertreter der Diakone und einem der Pastoralreferentinnen und -referenten besetzt. Das beschloss das Gremium am Freitag auf seinem jüngsten Treffen im Franz-Hitze-Haus in Münster, der letzten Sitzung in der vierjährigen Amtsperiode. Der Diözesanrat folgt damit einem Vorschlag des Priesterrates, der sich für eine Reduzierung von sieben auf fünf Sitze ausgesprochen hatte.

Kurz sprach Generalvikar Norbert Köster die Studie zum Missbrauch von Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige an. Diese Studie im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz, die bereits teilweise vorzeitig veröffentlicht worden ist, wird am Dienstag, 25. September während der Herbstvollversammlung der Bischöfe in Fulda offiziell vorgestellt. Direkt danach wird das Bistum Münster über Ergebnisse aus der Diözese informieren.

Köster: Von „Beschuldigten“ und „Betroffenen“ sprechen

Köster betonte, es sei wichtig, auf die Begriffe zu achten. Er empfahl, von „Beschuldigten“ und „Betroffenen“ zu sprechen, nicht von Tätern und Opfern. Denn es gebe zum Beispiel „Betroffene“, bei denen sich die von ihnen behaupteten Vorwürfe, missbraucht zu sein, als nicht zu treffend erwiesen hätten und „Beschuldigte“, die sich zu einem behaupteten Verbrechen nicht mehr äußern könnten, weil sie bereits gestorben seien. Bischof Felix Genn äußerte die Sorge, der Blick auf die Missbrauchs-Opfer könne verloren gehen, weil kircheninterne Reaktionen in den Vordergrund rückten.

Zur Imagekampagne des Bistums mit Plakaten und neuem Logo sagte Köster, es gebe neben viel Zustimmung auch Kritik, zum Beispiel an dem Plakat, das ein gestürztes Kind mit einem Dreirad und der Aufschrift „Läuft nicht immer“ zeige. Zu dieser Werbekampagne werde es eine Evaluation geben, um die Wirkung festzustellen. Weihbischof und Offizial Wilfried Theising aus Vechta erklärte auf Nachfrage, im Offizialatsbezirk Oldenburg werde die Kampagne „natürlich“ auch umgesetzt. „Bei uns wehen schon die Fahnen mit dem neuen Logo“, so Theising.

Debatte über die mittlere Ebene

Ausführlich diskutierte der Diözesanrat über die Zukunft der mittleren Ebene im nordrhein-westfälischen Teil des Bistums Münster, ohne dazu eine Entscheidung zu treffen. Die mittlere Ebene, so erklärte Generalvikar Köster, zeige sich auf unterschiedliche Art und Weise sowie mit verschiedenen Aufgaben:

-        Die für Kirchengemeinden zuständige Abteilung 630 im Generalvikariat befasst sich mit zwei Regionen: mit der Nord-West-Region mit den Kreisen Kleve, Wesel, Borken und Steinfurt – und mit der Süd-Ost-Region mit den Kreisen Recklinghausen, Coesfeld, Münster und Warendorf

-        Die Weihbischöfe sind in drei Regionen tätig: Weihbischof Christoph Hegge in Borken-Steinfurt, Weihbischof Stefan Zekorn in Münster, Warendorf und Coesfeld und Weihbischof Rolf Lohmann in Kleve, Wesel und Recklinghausen.

-       Für die Kinder- und Jugendseelsorge des Bistums sind drei Büros mit Sitz in Münster, Dülmen und Xanten zuständig.

-        Außerdem ist der NRW-Teil des Bistums in sechs Kreisdekanate aufgeteilt: Kleve, Wesel, Recklinghausen, Borken, Steinfurt, Münster, Coesfeld und Warendorf.

Mit der Zukunft der mittleren Ebene wird sich der nächste Diözesanrat befassen, der im November zur ersten Sitzung  der vierjährigen Amtszeit zusammenkommen wird.

Der Diözesanrat ist das oberste synodale Mitwirkungsgremium des Bistums Münster. Menschen aus allen Bereichen des kirchlichen Lebens kommen hier - in der Regel viermal jährlich - zusammen, um über die zukünftige Ausrichtung des Bistums Münster zu sprechen und den Bischof zu beraten.