Präsidentin Dieckmann-Nardmann: „Niederschmetternd!“

Diözesen streichen 10.000 Euro Jahres-Zuschuss für Frauenmissionswerk

Der Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) hat dem Päpstlichen Missionswerk der Frauen (PMF) den jährlichen Zuschuss von 10.000 Euro für Sachkosten gestrichen. Das teile die Präsidentin des Missionswerks auf Anfrage von „Kirche+Leben“ mit. Sie sei im Dezember vergangenen Jahres telefonisch über die Kürzung der Gelder informiert worden, sagt Margret Dieckmann-Nardmann. Der Wegfall mache 15 Prozent des jährlichen Etats aus, sagt sie. „Die Streichung ist für uns nicht hinzunehmen. Sie ist niederschmetternd.“

Einzigartigkeit des Engagements

Daraufhin habe sie sich sogleich mit dem Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode in Kontakt gesetzt, sagte Dieckmann-Nardmann, die in Ostbevern im Bistum Münster wohnt und als pastorale Mitarbeiterin im Bistum Osnabrück tätig ist. Am kommenden Freitag will sie sich mit den Diözesanvertreterinnen über das Thema beraten. „Nach unseren Vorstellungen müsste das Werk aufgrund seiner Einzigartigkeit und Bedeutsamkeit eine besondere Förderung erfahren“, sagt die PMF-Präsidentin. Im Werk engagierten sich „Frauen für Frauen konkret und weltweit“.

Als nächste Schritte wolle man zudem mit den Weihbischöfen Johannes Bündgens, dem geistlicher Beirat des Werks, und Otto Georgens aus Speyer sprechen. „Statt Streichungen vorzunehmen, sollte die Unterstützung für das Missionswerk der Frauen eigentlich höher sein“, sagt Dieckmann-Nardmann. Seit ihrer Wahl zur Präsidentin im Oktober 2007 habe sie Papst Benedikt XVI. und Papst Franziskus, zahlreichen Diözesanbischöfen sowie dem Präfekten der Kongregation der Evangelisierung der Völker, der das Werk unterstehe, „unser Engagement leidenschaftlich vorgetragen“.

Punkten statt streichen

„Es gibt ein Konzept, über das wir gern mit der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) sprechen würden. Die DBK könnte mit dem Werk punkten, wenn sie ein wenig investiert, sich mit uns gemeinsam auf den Weg machen würde und die vorgefertigten eigenen Ideen, wie es zu gehen hat, einmal kurz beiseiteschiebt“, sagt sie.

Das Päpstliche Missionswerk der Frauen setzt sich ein für Frauen in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa, die unter Menschenrechtsverletzungen und Benachteiligungen leiden. Es versteht sich zudem als weltweite Gebetsgemeinschaft und unterstützt junge Kirchen in den genannten Ländern mit Sachspenden für die Liturgie. Zurzeit hat das PMF etwa 3000 Mitglieder, Anfang der Neunzigerjahre waren es noch etwa 13.000.