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Projekt „Gemeinsam gegen einsam“ am Niederrhein

Ehrenamtliche sollen einsame Pflegebedürftige besuchen

  • Schon heute fehlen vielen Pflegebedürftigen Besucher mit Zeit zum Reden und Zuhören.
  • Hier setzt das Projekt „Gemeinsam gegen Einsam“ an.
  • Ehrenamtliche sollen geschult werden - für einen Dienst der Seelsorge.

Die allermeisten pflegebedürftigen Menschen in Deutschland werden Experten zufolge auch künftig zuhause betreut werden. Doch selbst wenn für medizinische Versorgung, Körperpflege und Lebensmittel gesorgt ist – schon heute fehlen vielen Pflegebedürftigen Besucherinnen und Besucher mit Zeit zum Reden und Zuhören.

Hier setzt das Projekt „Gemeinsam gegen Einsam“ an, zu dem sich die Caritas Moers-Xanten, das Katholische Bildungsforum im Kreisdekanat Wesel und die Pfarreien der Dekanate Moers und Xanten zusammengeschlossen haben. Sie möchten ein Netzwerk aufbauen, in dem ehrenamtliche Seelsorgebegleitung vermittelt wird.

Was die Ehrenamtlichen lernen

Zuvor gilt es, Frauen und Männer für die Seelsorgebegleitung auszubilden. Denn bevor sie Pflegebedürftige besuchen, sollen sie rechtliche und medizinische Grundlagen kennen, Tipps erhalten zur Gesprächsführung und wissen, welche Hilfsmöglichkeiten es für pflegebedürftige Menschen gibt.

Wobei, wie Thomas Riedel von der Steuerungsgruppe betont, die ehrenamtlichen Seelsorgebegleiter nicht dazu da sind, Aufgaben professioneller Pflegedienste zu übernehmen. Vielmehr sollen sie die einsamen Menschen stellvertretend für die Gemeinde besuchen, sagt der Pastoralreferent der Pfarrei St. Josef Kamp-Lintfort.

Yvonne Willicks als Schirmherrin

„Früher haben das oft hauptamtliche Seelsorger gemacht, das ist heute nicht mehr möglich“, sagt Riedel. Die Freiwilligen werden daher auch in einem Gottesdienst beauftragt, „sie sind Teil der Pfarrei, nicht einer privaten Initiative.“ Über die Pfarrei wird später auch der Einsatz koordiniert, wobei die Ehrenamtlichen selbst Zeit und Umfang ihres Engagements bestimmen.

Schirmherrin von „Gemeinsam gegen Einsam“ ist WDR-Moderatorin Yvonne Willicks, die aus Kamp-Lintfort stammt. „Familien können es nicht immer leisten, sich ständig die Sorgen und Nöte der pflegebedürftigen Familienmitglieder anzuhören“, weiß sie.

Ausbildung für Teilnehmende kostenlos

Willicks unterstützt das Projekt ideell, möchte sich aber auch bei Ausbildungskursen blicken lassen und Info-Veranstaltungen auf der Straße unterstützen. Dazu wurde eigens ein umgebautes Lastenfahrrad angeschafft.

Die Ausbildung der Seelsorgebegleiter ist für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kostenlos. Markus Kuhlmann vom Bildungsforum sagt, es werde „drei Kurseinheiten in der Wasserburg Rindern geben, außerdem zwei Themenabende im Haus der Familie in Kamp-Lintfort“. Die Zertifikate übergibt Weihbischof Rolf Lohmann im November 2021 im Xantener Dom.

Ein Infoabend ist für Donnerstag, 19. November, ab 19 Uhr in der St.-Josef-Kirche Kamp-Lintfort geplant. Weitere Informationen beim Bildungsforum im Kreisdekanat Wesel, Tel. 02842/9112-0.

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