Platz 3: Kinderbetreuung an Heilig Abend

Ehrenamtspreis für die KJG Ochtrup

Es duftet nach Waffeln, Tannenzweige und Christbaum-Kugeln schmücken die Wände, aus den Lautsprechern klingt Weihnachtsmusik. So weit passt alles zum Heiligen Abend. Die Kulisse dafür aber überrascht. In der Mehrfachsporthalle in Ochtrup toben 300 Kinder. Die Katholische Junge Gemeinde (KJG) von St. Marien hat gerufen, um beim Warten auf das Christkind zu helfen. Und das organisiert sie bereits seit elf Jahren.

Zunächst war die Idee gar nicht so weihnachtlich, verrät Benedikt Rothlübbers aus dem aktuellen Vorbereitungsteam. „Wir haben einfach geschaut, an welchem Tag im Jahr wir mit einem offenen Angebot möglichst viele Kinder erreichen können.“ Es sollte darum gehen, den katholischen Kinder- und Jugendverband und seine Arbeit zu präsentieren. Die Leiterrunde wühlte in den eigenen Familiengeschichten und fand schnell ein passendes Datum: „24. Dezember, vormittags.“

300 Kinder, 20 Helfer

Ein Tag wie gemacht für ihre Idee. Das Warten aufs Christkind stellt die Atmosphäre in Familien manchmal auf harte Bewährungsproben. Die Eltern sind im Vorbereitungsstress, die Kinder aufgeregt, die Zeit knapp. Das kann auf die Stimmung drücken, bisweilen bis in den Heilige Abend hinein. Was könnte es da besseres geben, als diese Situation zu entschärfen, dachte sich die KJG in Ochtrup. Als sie vor gut zehn Jahren das erste Mal eine Turnhall mit Tannenzweigen, Musik und Waffelduft präparierten, blieb trotzdem eine Frage, sagt Rothlübbers: „Wird das Angebot angenommen?“ Es wurde. Das erste Mal kamen etwa 100 Kinder. Und schnell war klar: „Dieses Projekt gibt es jetzt jedes Jahr.“

Und es wuchs. Man wechselte in größere Hallen, suchte sich Helfer beim Roten Kreuz oder bei den Sportvereinen, baute das Spiel- und Sportangebot aus. Schon das ganze Jahr zuvor wird geplant und organisiert. Mittlerweile muss man die Teilnehmerzahl begrenzen, es kommen mehr als 300 Kinder, eine Doppelturnhalle wird bestückt, 20 Helfer sind im Einsatz.

Strahlende Kinderaugen

Und der ist nicht ganz ohne. Schon am Vortag wird aufgebaut. „Trampolin, Kletterparcours, Ballspiele...“, erzählt Rothlübbers „Wir sind den ganzen Tag im Einsatz, bis in den späten Abend.“ Um am „heiligen Morgen“ schon früh wieder auf den Beinen zu sein. Denn um 9 Uhr kommen schon die ersten jungen Gäste. Und die gilt es intensiv zu betreuen, sind sie doch in einer besonderen Stimmung. „Man merkt ihnen an, was für ein Tag das ist – so nervös und quirlig, wie sie sind.“

Es wird jede Menge Energie frei. Das hilft in mehrfacher Hinsicht. Zum einen wird das Warten aufs Christkind verkürzt. Zudem kommen die Kinder ausgetobt und entspannt nach Hause. Und die Eltern können die Zeit nutzen, um in Ruhe den Abend vorzubereiten. Die Organisatoren hören immer wieder, wie dankbar ihnen die Familien sind. „Das Schönste aber sind die strahlenden Augen der Kinder beim Abschied – halb vom Turnerlebnis, halb aus Vorfreude auf das Christkind.“

Weihnacht-Ritual auch für die Helfer

Die Helfer sind am Ende auch „ganz schön platt“, sagt Rothlübbers. Bis in den Nachmittag muss aufgeräumt, geschleppt und geputzt werden. Das ist aber auch für sie zu einem echten Weihnachts-Ritual geworden. „Wir sitzen noch zusammen, essen die restlichen Kekse und machen uns kleine Geschenke.“ Dann beginnt auch für die KJG´ler das Weihnachtsfest – mit der feste Gewissheit, vielen Kindern in Ochtrup bereits ein schönes Geschenk gemacht zu haben.