Predigerkreis im Klinikum erhält den zweiten Preis 2018

Ehrenamtspreis für Laien als Gottesdienstleiter in Ibbenbüren

Ohne Pfarrer Klemens Niermann würde es diese Art von Engagement von Laien nicht geben, sind die Ehrenamtlichen der Krankenhauskapelle im St.-Elisabeth-Hospital Klinikum Ibbenbüren überzeugt. Nach seinem Tod 2007 fragten sich die Kommunionhelfer, wie es jetzt weitergehen solle: "Wer übernimmt nun sonntags die Messe im Krankenhaus?«

Klemens Niermann setzte sich Zeit seines Lebens für ein gelebtes Evangelium ein. Er unterstützte Obdachlose, hatte als Berufsschullehrer jederzeit ein offenes Ohr, kümmerte sich um Ökumene mit Juden und Muslimen und eben auch um eine engagierte Verkündigung durch Laien.

Persönliche Beziehungen zählen

»Es war Klemens wichtig, die Menschen zu mehr Selbstbewusstsein in der Kirche zu ermutigen, ihren Glauben zu gestalten und auch zu verkünden«, berichtet Gudula Benning. Das gab 2007 den Ausschlag für die Gründung der Initiative. Dadurch konnte neben der Werktagsmesse auch sonntags mit den Kranken Gottesdienst gefeiert werden. Die 54-Jährige nimmt gemeinsam mit Gabriele Koetz stellvertretend für die Initiative »Sonntagsgottesdienst im Klinikum Ibbenbüren« den Ehrenamtspreis entgegen.

»Pfarrer Klemens Niermann hat meinen Mann und mich getraut und hat einige unserer Kinder getauft«, sagt Gudula Benning. Sie ist erst vor kurzem zu dem Predigerkreis gestoßen, nachdem sie längere Zeit die Kommunionausteilung nach den Wortgottesfeiern übernommen hatte. Krankenhausselsorger Diakon Manfred Liesbrock sprach sie schließlich an, ob sie sich nicht in dem Predigerkreis engagieren wolle. Über drei Wochenenden besuchte Gudula Benning ein Seminar für Wortgottsdienstleiter und Andachten im Bistum Osnabrück: »Das war sehr interessant, das hat mir auch sehr geholfen«, sagt die Mutter von fünf Kindern.

Die Predigt wird selbst verfasst

16 Ehrenamtliche wechseln sich über das Jahr mit der Gestaltung der Gottesdienste ab. Im Mittelpunkt stehen selbst verfasste Predigten, meist nach dem Evangelium im Jahreskreis. Das jeweilige »Gottesdienst-Paar« schreibt außerdem die Fürbitten, sucht die Lieder aus und formuliert den sonntäglichen Lobpreis. Zweimal im Jahr treffen sich alle Ehrenamtlichen zur Terminabsprache, ansonsten laufen die Vorbereitungen individuell und mit Rücksprache der Krankenhausseelsorger.

Glaubenszeugnis und theologisches Wissen

Unter den Mitwirkenden sind »alte Hasen«, Religionslehrer mit theologischen Kenntnissen, aber auch »echte« Laien: »Ich finde das gut«, sagt Gabriele Koetz. »Ich habe das Gefühl, dass ich an viele Themen unbelastet herangehe«, sagt die 71-jährige, für die Ehrenamt kein Fremdwort ist. Sie engagiert sich im Arbeitskreis Frauen und Spiritualität der Katholischen Frauengemeinschaft (KFD) und bringt sich in der Dachgemeinde St. Mauritius ein.

Der ehrenamtliche Predigerkreis wechselt sich wöchentlich mit der sonntäglichen Gottesdienstleitung in der Krankenhaus-Kapelle ab. Freitags feiert ein Pfarrer der Dachgemeinde St.-Mauritius Ibbenbüren eine Messe. | Foto: Marie-Theres Himstedt
Der ehrenamtliche Predigerkreis wechselt sich wöchentlich mit der sonntäglichen Gottesdienstleitung in der Krankenhaus-Kapelle ab. Freitags feiert ein Pfarrer der Dachgemeinde St.-Mauritius Ibbenbüren eine Messe. | Foto: Marie-Theres Himstedt

»Wir sind keine Konkurrenz. Wir sind eine Alternative. In unserer Krankenhaus-Kapelle ist für jeden Platz«, sagt sie mit einem breiten Lächeln. »Mich hat es damals fasziniert wie Klemens Niermann den Spuren Jesu nachgegangen ist. Er hat Gemeinde entsprechend dem Zweiten Vatikanischen Konzil aufgebaut. Das hat mir Mut gemacht. Ich finde es sehr gut, dass ich als tatsächlicher Laie hier mitarbeiten kann«, sagt Gabriele Koetz und verweist auf die besondere Atmosphäre der Klinikums-Kapelle. Wer sie betritt, spürt eine friedvolle Ruhe. Im Weihwasserbecken schwimmt eine frische Blume, es gibt eine Gedenkwand mit den Totenzetteln der Verstorbenen.

Besondere Athmosphäre der Krankenhauskapelle

»Mich haben die Gottesdienste hier immer schon sehr angesprochen«, ergänzt Gudula Benning, »die Predigten waren sehr liebevoll, sehr intensiv vorbereitet, oft haben sie mich tief berührt.« Genau das möchte sie weitergeben.