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Pfarrer Michael Borth: „Wir müssen mehr tun!“

Ehrgeiziges Ziel in Friesoythe: 20 Prozent Kirchenbesucher

Mehr als 15 Prozent Kirchenbesucher waren es im März. Aber Pfarrer Michael Borth hat für die St.-Marien-Gemeinde ein höheres Ziel vor Augen: In drei Jahren soll wieder jeder Fünfte sonntags zur Messe kommen. Er meint: Das geht.

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„Klagen und Bedauern – das reicht nicht“, sagt Michael Borth und meint die Reaktionen enttäuschter Seelsorger über leere Kirchen. Sätze wie: „Es kommen ja immer weniger Leute zur Kirche.“ Der Pfarrer der St.-Marien-Pfarrei im oldenburgischen Friesoythe hält dagegen: „Wir müssen mehr dafür tun, dass sich das ändert!“

Dass man etwas erreichen kann, das habe ihm die Zählung der Gottesdienstbesucher am 20./21. Februar dieses Jahres bewiesen. Die Gemeinde hatte sich darauf gezielt vorbereitet, zum Beispiel besondere Gottesdienste angeboten, für Kleinstkinder, Menschen mit und ohne Behinderungen, Verbände, Jugendliche.

Gezielte Vorbereitung

Das Ergebnis: Mehr als 15 Prozent der 11.600 Gemeindemitglieder besuchten die Messe in einer der sieben Kirchen, die zur Pfarrei gehören, gut ein Viertel mehr als sonst.

Für Pfarrer Borth zeigt das Experiment: Gemeinden können etwas gegen den Verlust von Kirchenbesuchern tun. Und er will in Friesoythe daran arbeiten, dass das Plus keine Eintagsfliege bleibt. Der Anstieg soll zum Trend werden, in Richtung 20 Prozent. So steht es auch im Pastoralplan von Friesoythe.

Gottesdienste für bestimmte Zielgruppen

Im Gespräch nannte Michael Borth mehrere Wege dahin. Man müsse zum einen das Bewusstsein dafür wach halten, dass der Gottesdienst am Sonntag selbstverständlich sein sollte.

Pfarrer Michael Borth.
Pfarrer Michael Borth. | Foto: Archiv

Daneben aber – er nennt das „die andere Seite der Medaille“  – müsse die Gemeinde ansprechende Gottesdiensten anbieten und dafür werben. „Beides ist wichtig“, so Michael Borth. Ansprechende Gottesdienste, das sind für ihn zum Beispiel Messen für bestimmte Zielgruppen. „Sie bringen mehr Kirchenbesucher“, sagt der Pfarrer. „Deshalb bleibt ein Sich-Mühen um gute und zeitgemäße Gottesdienste sowie das Anwerben bestimmter Zielgruppen ein wichtiger Schlüssel.“ Und zwar nicht nur für den Pfarrer. „Alle in der Gemeinde sind eingeladen, kreativ daran mitzuarbeiten“.

Sonntagabendmesse in den Blick rücken

Der Pfarrer will zudem die Sonntagabendmesse stärker in den Blick rücken. „Der Sonntagabend ist eine günstige Zeit für Jugendliche“, sagt er. „Deshalb lohnt es sich, gerade diese Messen speziell für sie zu gestalten“, zum Beispiel mit besonderen Lichteffekten oder ungewöhnlicher Musik und einem Treffen im Anschluss.

Die letzte Kirchenbesucherzählung am zweiten November-Wochenende ergab in Friesoythe einen Wert von 11,6 Prozent. Nach dem Zuwachs im Februar wieder Durchschnitt, immerhin etwas mehr als im Vorjahr.

Pfarrer Borth hält dennoch an seinem Ziel fest: 20 Prozent bis 2020. Das wären gut 550 Gottesdienstbesucher mehr als die 15 Prozent im Februar. „Das hört sich nach viel an. Aber auch dann würden vier von fünf Katholiken nicht kommen.“

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