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Gast-Kommentar von Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken

Ein Bärendienst für den Lebensschutz

Immer wieder werden katholische Frauen und Männer denunziert, wenn sie sich nicht mit den gleichen Mitteln für den Lebensschutz einsetzen wie die, die sich als „Lebensschützer“ bezeichnen, beklagt ZdK-Thomas Sternberg im Gastkommentar.

Immer wieder werden heute katholische Frauen und Männer öffentlich denunziert, wenn sie sich nicht mit den gleichen Mitteln für den Lebensschutz einsetzen wie die, die sich selbst als „Lebensschützer“ bezeichnen, beklagt Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) in seinem Gastkommentar. Das schade der Kirche und sei sogar gefährlich.

Der Autor
Thomas Sternberg ist seit 2015 Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. 1988 bis 2016 war er Direktor der Bistums-Akademie Franz-Hitze-Haus in Münster, von 2005 bis 2017 Abgeordneter des Landtags von Nordrhein-Westfalen. Er ist verwitwet und hat fünf erwachsene Kinder.

Vor fast 50 Jahren haben Frauen für ein „Recht auf Abtreibung“ demonstriert. Ich erinnere mich noch sehr genau daran, denn seit dieser Zeit setze ich mich für das Leben und gegen die Tötung ungeborener Kinder ein. Das verbindet mich mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), dessen Mitglieder diesem Thema immer besonders breiten Raum gegeben haben.

Als in den Neunzigern Abtreibung in den ersten drei Monaten straffrei gestellt, aber zumindest eine Beratungspflicht eigenführt wurde, war das auch ein Angebot an Christen, diese Beratung mit Hilfsangeboten und Argumenten für das Leben zu nutzen. Aber mit erheblicher demagogischer Kraft wurde die Beratung, wie sie die deutschen Bischöfe beschlossen hatten, in Rom diskreditiert. Damals haben katholische Frauen und Männer den bürgerlichen Verein „donum vitae“ gegründet, um das gesetzlich vorgeschriebene Innehalten vor einer geplanten Abtreibung nutzen zu können.

Denunziation und Unterstellungen

Immer wieder werden heute katholische Frauen und Männer öffentlich denunziert, wenn sie sich nicht mit den gleichen Mitteln für den Lebensschutz einsetzen wie die, die sich selbst als „Lebensschützer“ bezeichnen. Die unerschrockene Kämpferin für das Leben, Rita Waschbüsch, hatte besonders darunter zu leiden.

Aktuell ist das die Vorsitzende des KDFB, Maria Flachsbarth, der man trotz anderer Erklärung, die Unterstützung von Abtreibungen unterstellt. Ich selbst habe in einer knappen Stellungnahme geäußert, ich sei mit Frau Flachsbarth in der Ablehnung der Abtreibung völlig einig - zitiert wird das in katholischen lautstarken Winkelmedien nur als Übereinstimmung - ohne den entscheidenden Bezug zur Abtreibung.

Eine Sache von Sonderlingen?

Mit der Diffamierung von Mitstreitern im Lebensschutz wird dem Thema ein verhängnisvoller Bärendienst erwiesen. Denen, die von einem angeblichen „Recht auf Abtreibung“ sprechen, gibt es die Gelegenheit, den Kampf gegen Abtreibung als rechtsextreme Politik und als eine Sache von Sonderlingen darzustellen.

Wer hat eigentlich etwas davon, und was ist der Vorteil, wenn man die gemeinsame Sache des Lebensschutzes immer wieder durch Spaltpilze und Diffamierung zu zerstören sucht? Sie schaden der katholischen Kirche.

Die Positionen der Gastkommentare spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion von „Kirche+Leben“ wider.

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