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„Weihnachtsfabrik“ - Christina Brundiers ruft Lastrup zum Basteln fürs Altenheim aufgerufen

Ein ganzer Ort soll Senioren durch den Lockdown helfen

  • Christina Brundiers hat die Bewohner von Lastrup (Kreis Cloppenburg) aufgerufen, sich mit selbst gebastelten Kleinigkeiten an der Geschenke-Aktion „Weihnachtsfabrik“ für das örtliche Altenheim St.-Elisabeth-Stift zu beteiligen.
  • In dem Altenheim gab es in den vergangenen Wochen zahlreiche Corona-Infektionen. Deshalb dürfen einige Bewohner bis zum 20. Dezember überhaupt keinen Besuch mehr bekommen.
  • Christina Brundiers leitet in ihrer Freizeit Hip-Hop-Tanzgruppen und ist Jugend-Fußballtrainerin beim FC Lastrup. Dabei kam sie auch auf die Idee zu ihrem Projekt.
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Möglichst viele sollen auch diesmal mitmachen. Deshalb legt sich Christina Brundiers wieder mächtig ins Zeug, so ähnlich wie schon im Frühjahr. Damals hatte die frühere Messdienerin die Aktion „Osterwerkstatt“ gestartet. Ihre einfache Idee: Jeder, der Zeit und Lust dazu hat, fertigt ein oder mehrere Geschenke für Bewohner und Mitarbeiter des örtlichen Altenheims St.-Elisabeth-Stift an. Mehr als 100 kleinere und größere Geschenke konnte die 25-Jährige anschließend an das Altenheim übergeben: Genähtes, Gesägtes, Gebasteltes, Grußkarten.

Und wer weiß - vielleicht kommen in diesem Advent noch mehr zusammen. Zumindest der Name „Weihnachtsfabrik“ deutet schon mal darauf hin. Christina Brundiers jedenfalls fände es gut, wenn sich möglichst viele der fast 6800 Lastruper auch diesmal wieder mit selbst angefertigten Geschenken an der Aktion beteiligen – zur Freude der rund 150 Bewohnerinnen und Bewohner und 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des von der Pandemie ziemlich gebeutelten St.-Elisabeth-Stifts.

 

Totales Besuchsverbot für einige

 

Gerade die schwierige Corona-Lage im Altenheim mache das Projekt besonders wertvoll, sagt Altenheim-Leiter Guido Suing auf Nachfrage von „Kirche-und-Leben.de“. Die Außenkontakte der Bewohner sind derzeit sehr eingeschränkt, viele dürfen im Moment überhaupt keinen Besuch bekommen. Für die 59 Senioren im Pflegebereich des St.-Elisabeth-Stifts im oldenburgischen Lastrup (Kreis Cloppenburg) gilt bis zum 20. Dezember totales Besuchsverbot.

Diese Maßnahme ist eine Reaktion auf viele Infizierte unter Bewohnern und Mitarbeitern. Auch im angegliederten Psychiatrischen Pflegeheim und im Wohnheim herrschen strikte Beschränkungen. Dort darf derzeit nur eine Person pro Woche für eine Stunde vorbeikommen. Ob sich das bis Weihnachten ändert, kann derzeit niemand vorhersagen.

 

Geschenke statt Training

 

Christina Brundiers, die im Projektmanagement einer Lebensmittelfirma arbeitet, hat selbst weder Oma noch Tante im Heim. „Und dennoch hat es mich traurig gemacht: zu wissen, dass bei vielen keiner mehr vorbei kommen darf.“ Sie hat zudem die Pflegekräfte im Blick, „die ja sowieso schon sehr belastet sind und in dieser Krise noch mehr.“

Dass es anderen ging wie ihr, konnte sie spüren, als die ausgebildete Jugend-Fußballtrainerin und Hip-Hop-Tanzlehrerin im Frühjahr den Kindern und Jugendlichen in ihren Sportgruppen von ihrer Idee erzählte: „Wir könnten ja als Ersatz für die wegen des Lockdowns ausfallenden Trainingsstunden Geschenke fürs Altenheim basteln?“

 

„Nicht für mich, sondern für andere“

 

Die Mädchen und Jungen waren sofort bereit dazu. Sie malten Bilder, bastelten Karten, werkelten, nähten, schrieben Geschichten auf. Christina Brundiers: „Es ist ja für die Kinder ein  Lernprozess, wenn sie spüren: Ich mache jetzt Sachen nicht einfach so, sondern für andere Menschen, die sich darüber freuen, obwohl ich sie gar nicht kenne.“

So kam ihr der Gedanke, das Projekt zu vergrößern. „Ich dachte: Warum sollen nicht viel mehr mitmachen?“ Damit war die Idee für die „Osterwerkstatt“ geboren. Deren Erzeugnisse konnte sie im Frühjahr erstmals als Geschenke an das Altenheim weitergegeben: Kleine mit Süßigkeiten gefüllte Engel, Wunschkarten mit Segenswünschen, Osterhasen aus Holz, Blümchen, Gehäkeltes. Alles angefertigt von Leuten aus dem Ort.

 

„Weihnachtsfabrik“ bis zum 22. Dezember

 

Gerade eben ist die Weihnachtsaktion gestartet. Die ersten Rückmeldungen hat Christina Brundiers schon bekommen. „Wir sind wieder dabei“, hieß es. „Ich hoffe, dass wir mindestens genauso viel produzieren wie Ostern“, hofft sie. Die ersten Reaktionen machen ihr Mut „Die Begeisterung von Leuten, die sich beteiligen wollten und schrieben: Christina, wir sind dabei!“

Fertige Produkte können bis zum 22. Dezember „GS agri“, einem Geschäft in Lastrup abgegeben werden. Von dort holt die Initiatorin sie regelmäßig ab. Zwei Tage vor Weihnachten packt sie dann alles in ihren Kofferraum und bringt die Geschenke zum Altenheim. Leiter Guido Suing freut sich schon auf die Ergebnisse: „Die Aktion von Christina Brundiers ist ein schönes Zeichen, dass unsere Einrichtung und die uns anvertrauten Menschen nicht alleine stehen, sondern in dieser nicht ganz einfachen Situation spüren, dass an sie gedacht wird.“

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