Peter Seewald würdigt das Lebenswerk des „deutschen Papstes“

Ein hübsches Bilderbuch für Fans von Benedikt XVI.

Es war kein Karnevalsscherz, als am Rosenmontag 2013 der Papst zurücktrat. Genauer: Papst Benedikt XVI. kündigte am 11. Februar seinen Rücktritt zum Monatsende an. Fünf Jahre ist das jetzt her. Seitdem lebt er zurückgezogen in den vatikanischen Gärten. Manchmal zeigt er sich bescheiden im Hintergrund, ab und an wird etwas Schriftliches von ihm bekannt. Die große Bühne braucht er nicht.

Zum fünften Jahrestag veröffentlicht der Journalist Peter Seewald ein monumentales Buch. „Benedikt XVI. – Der deutsche Papst“ heißt es und verspricht, auf 320 großen Seiten „sein Leben in Texten und Bildern“ zu präsentieren. Das Bistum Passau, in dem Joseph Ratzinger vor bald 91 Jahren geboren wurde, ist Mitherausgeber.

Benedikt bald Kirchenlehrer?

Peter Seewald, Diözese Passau: „Benedikt XVI. – Der deutsche Papst“, 320 Seiten, gebunden, 38 €, Kösel-Verlag, ISBN 978-3-466-37215-7

Peter Seewald kennt den emeritierten Papst seit Langem; drei erfolgreiche Interview-Bücher hat er mit ihm veröffentlicht. Sein neues Werk zeigt die tiefe Verehrung, die er Papst Benedikt XVI. entgegenbringt. Im erstaunlich kurzen Vorwort ist Seewald sicher: „Mit dem deutschen Papst endet ein Zeitalter.“ Benedikt XVI. sei „vielfach verkannt“ und womöglich schon bald ein „Kirchenlehrer der Moderne“.

Sein großformatiges Werk versteht Seewald als eine Würdigung des Lebenswerks des „großen Papstes“. Ein schwergewichtiges Buch, gegliedert in Grundbegriffe der Theologie Ratzingers: Liebe, Leben, Gott, Freiheit, Jesus ... – und garniert mit Kunsthäppchen von Caravaggio bis Kandinsky. Es folgen gewohnt brillante Texte aus seinen Büchern und Seewald-Interviews sowie kurze Auszüge aus Enzykliken und Predigten des Papstes.

„Auf dem letzten Wegstück“

Die Fotografien zeigen Benedikt XVI. von früher bis heute – mal ganz schöne Bilder, meist eher wenig überraschende. Mittendrin ein bisschen Biografie, am Ende ein frommes Nachwort von Passaus Bischof Stefan Oster – und ganz am Anfang ein eigens beworbenes „Grußwort des emeritierten Papstes“. Das allerdings grüßt nicht, sondern spricht in zwölf Zeilen davon, den Herrn „auch auf dem letzten Wegstück“ an seiner Seite zu wissen.

Alles in allem ein hübsches Buch für Benedikt-Fans, dem gleichwohl Dramaturgie fehlt und das nicht nur bezüglich Schriftgrößen und Preis etwas aufgepustet wirkt.