Warum es dieses Fest noch lange geben wird

Ein Kind – die entwaffnende Kraft von Weihnachten

Ein kleines Kind in der Krippe – das rührt an. Völlig zu Recht. Auch dass dieses kleine Wesen der Fürst des Friedens ist. Doch ist es friedlicher geworden, seit Jesus Christus vor 2000 Jahren geboren wurde?

Ein Kind in diese friedlose Welt setzen? – Auf keinen Fall! Wer wollte es Paaren verübeln, sich so zu entscheiden, weil Krieg und Terror, Umweltzerstörung und Klimawandel, soziale Ungerechtigkeit und politische Unsicherheit die Nachrichten dominieren?

Was Gott sich zumutet

Immerhin: Zum ersten Mal seit 30 Jahren ist 2015 die Geburtenrate in Deutschland wieder gestiegen. Dazu haben allerdings vor allem Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit beigetragen. So ganz schlimm scheint es mit den Zukunftsperspektiven hierzulande wohl doch nicht zu sein. Bei allen Problemen, die es natürlich auch gibt: Von 70 ununterbrochenen Friedensjahren wie in der Bundesrepublik können die meisten Menschen dieses Planeten nur träumen.

Ein Kind in einer friedlosen Welt: genau darum geht es an Weihnachten. Genau das hat Gott sich selber zugemutet. Das Heilige Land besetzt, die Bevölkerung zerrissen, die Gesellschaft so egoistisch und unbarmherzig, dass sie nicht einmal einen sicheren und sauberen Platz für eine Hochschwangere schaffen konnte. Draußen, vor den Toren, da kommt Gott zu Welt. Ungebeten, von Willkommenskultur keine Spur.

Gott kommt voll und ganz – und ohne alles

Die Bibel erzählt, dass es, kaum ist der verheißene „Friedensfürst“ geboren, zum Gemetzel unter seinesgleichen kam: Herodes lässt aus purer Angst um seine Macht alle Jungen bis zum Alter von zwei Jahren umbringen. Und in den katholischen Kirchen hagelt es am Tag nach Weihnachten tödliche Steine für Stephanus. – Das hat ja geklappt mit dem Fest des Friedens und der Liebe! Zudem ist die Lebens-Perspektive von Jesus nach allem, was man weiß, von vornherein ausgemacht: er wird verraten, verleugnet, gekreuzigt, getötet – vor den Toren der Stadt, wie am Anfang.

Wer immer noch meint, das Christentum sei eine naive Religion oder eine zum Wohlfühlen, der macht sich kräftig etwas vor. Weihnachten ist der beste Beweis für das Gegenteil. Der christliche Glaube nimmt die düsteren Seiten dieser Welt sehr ernst – aus einem einzigen Grund: Weil Gott selber sie so ernst genommen hat, dass er voll und ganz, aber ohne alles zu ihr kommt. Nicht als der große Haudrauf, nicht als der große Friedenszauberer – was manche gewünscht hatten.

Wehrlos, ohnmächtig, schutzbedürftig

Nein, er kommt ohne alles, aber voll und ganz. Er hält denen, die diese Welt und ihre Menschen schänden, nicht nur auch die andere Wange hin, sondern sich selbst. Ein kleines Kind. Wehrlos, ohnmächtig, schutzbedürftig. Das ist das Zeichen, an dem er erkannt werden will: Seht, ihr werdet ein Kind finden. Alles andere ist Beiwerk.

So entwaffnend schon jeder Blick in Kinderaugen ist – vor dieser größten Aktion, die Gott dieser Welt zugedacht hat, müssten alle Mächte ihre Waffen strecken. Tun sie aber nicht. Darum und so lange müssen wir Weihnachten feiern. Alle Jahre wieder.