Die Idee zweier Schülerinnen sorgt für Begeisterung in Ahaus

Ein Schulgottesdienst für die ganze Gemeinde

Deutlich mehr Menschen als sonst sind am Samstagabend in die St.-Marien-Kirche in Ahaus gekommen. Und sehr viele junge Menschen. Denn: Es wurde Schulgottesdienst gefeiert. Aber wieso am Samstagabend? Normalerweise feiert die Bischöfliche Canisiusschule ihre Gottesdienste mittwochs morgens.

Eingeladen zu diesem besonderen Schulgottesdienst hatten Victoria de Boer und Henrike Buß. Sie sind Schülerinnen der Klasse 9a der Canisiusschule und Messdienerinnen in St. Marien. Als sie an einem Wochenende Samstag und zwei Mal Sonntag dienen mussten, fiel ihnen auf, dass es in den Texten der Messen keine Variation gab. „Ziemlich eintönig“, dachten sie.

Nicht nur positive Resonanz

Außerdem stecken die Schülerinnen und Schüler der Canisiusschule viel Arbeit in die Vorbereitung ihrer Schulgottesdienste. Reihum bereitet jeweils eine Klasse den Gottesdienst für die ganze Schule vor. Der wird dann nur ein einziges Mal mit den Mitschülern gefeiert. Die Idee der Mädchen: bei gleichem Vorbereitungsaufwand doppelter „Ertrag“, wenn man den Gottesdienst einmal mit der Schule und einmal mit der Gemeinde feiert. Zudem eine Abwechslung für die Gemeinde.

Auf große Resonanz stieß die Einladung der Klasse 9a der Bischöflichen Canisiusschule Ahaus (Vordergrund), die ganze Gemeinde zum Schulgottesdienst einzuladen. | Foto: Martin Schmitz
Auf große Resonanz stieß die Einladung der Klasse 9a der Bischöflichen Canisiusschule Ahaus (Vordergrund), die ganze Gemeinde zum Schulgottesdienst einzuladen. | Foto: Martin Schmitz

Dem Küster erzählten sie als Erstem davon. „Super!“, meinte der. Auch bei den Lehrern trafen sie auf positive Resonanz. Ebenso bei den Klassenkameraden, die diesen Gottesdienst mit vorbereiteten – zumindest anfangs „Die Idee fanden sie super“, berichtet Henrike. „Aber als wir sagten, dass wir das am Samstagabend machen wollen, waren sie erst nicht so begeistert.“ Dennoch waren am Samstag bis auf wenige Ausnahmen alle gekommen. Sie bildeten eine Schola, einige begleiteten die Lieder mit ihren Instrumenten und lasen Texte vor.

Werbung per WhatsApp

Der Gottesdienst beschäftigte sich mit der Frage „Alles gut?“ und damit, wie oberflächlich sie häufig gestellt und auch beantwortet werde. „Erwarten wir überhaupt eine ehrliche Antwort?“, führte Schulseelsorgerin und Pastoralreferentin Vera Naber die Frage weiter. „Bei Maria war definitiv nichts gut, als sie ans Grab kam und sah, dass Jesus nicht mehr da war.“ Aber Jesus sei genau der, der ehrlich wissen wolle, wie es uns geht. Zu dem wir jederzeit mit Sorgen und Nöten kommen könnten.

In der Tageszeitung und per WhatsApp hatten Henrike und Victoria für den Gottesdienst geworben. „Ich habe die Nachricht selbst sechsmal erhalten“, sagt Henrike lachend. „Das scheint also wohl gut rumgegangen zu sein.“ Viele Gottesdienstbesucher kamen anschließend zu den Schülerinnen und bedankten sich. „Eine wunderbare Idee! Da hätte man ja schon viel früher drauf kommen können“, meint eine Dame.

Fortsetzung folgt?

Ob der Schulgottesdienst jetzt immer auch samstags gefeiert wird? Bisher ist das nicht geplant. „Wir würden uns freuen, wenn andere Klassen das nachmachen würden“, meinen Victoria und Henrike. Auch die Religionslehrerin, die Pastoralreferentin und der Pastor sind sich einig: „Sowas hätten wir gern öfter.“ Hoffen auf eine Fortsetzung lässt auch der Schulleiter Niels Hakenes: „Ich finde die Idee grandios. Insofern tun wir alles was geht, um die Umsetzung zu unterstützen.“