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Bewohner besuchen Vorstellungen in kleinen Gruppen

Ein Zirkus als Dankeschön für die Menschen in Stift Tilbeck

Video: Michael Bönte
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Ponydressur im Zirkuszelt.
  • Der Zirkus Fantastico macht für zwei Wochen Station auf dem Gelände von Stift Tilbeck, einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung bei Havixbeck.
  • Jeder Mitarbeiter und Bewohner hat die Chance, die Vorstellungen in kleinen Gruppen zu besuchen.
  • Die Aktion ist ein Dankeschön, dass die Einrichtung bislang gut durch die Pandemie gekommen ist, und ein Ersatz für die vielen ausfallenden Angebote und Feste.

Das bunte Zelt auf dem Gelände von Stift Tilbeck ist ein Dankeschön. Denn die Leitung der Einrichtung für Menschen mit Behinderung in der Nähe von Havixbeck (Kreis Coesfeld) hat für zwei Wochen den Zirkus Fantasico gebucht, um in der Corona-Zeit mit all ihren Einschränkungen den Bewohnern und Mitarbeitern etwas Gutes zu tun. Quasi als Auszeit von einem Arbeitsalltag und einer Freizeitgestaltung, die wegen der Abstands- und Hygienemaßnahmen völlig anders laufen als sonst.

„Alles, was mit Gruppen- und Menschenansammlungen zu tun hat, findet im Moment nicht statt“, erklärt Geschäftsführer Tomas Kronenfeld die Idee der Aktion. Besonders der Ausfall der Tilbecker Kirmes und des Adventsmarkts schmerze viel sehr, weil sie zu den Höhepunkten des Gemeinschaftslebens in Tilbeck gehörten. „Die mussten wir wirklich schweren Herzens absagen.“ Die Karten, die auch an die vielen Mitarbeiter in den Werkstätten verteilt wurden, sollten ein Ersatz dafür sein. „Auch für die vielen Betriebsfeiern, die abgesagt werden mussten.“

1.000 Bewohner und Mitarbeiter kommen in Gruppen

Und so kommen derzeit zwei Wochen lang jeden Tag kleine Gruppen in das Zirkuszelt, um sich bei Popcorn und Bratwurst unterhalten zu lassen. Ponydressur, Akrobatik, Clownerie und Feuerspucken begeistern einige Besucher aber dermaßen, dass sie sich heimlich öfter einen Platz sichern. Natürlich nur, wenn genug Abstand gehalten werden kann. Insgesamt soll jeder der 1.000 Bewohner und Mitarbeiter die Möglichkeit bekommen, die Vorstellungen einmal zu sehen.

„Wir wollen uns damit auch bedanken, dass wir bislang so gut durch die Pandemie gekommen sind“, sagt Kronenfeld. Denn sowohl der Lockdown als auch die anschließende langsame Öffnung der Einrichtungen haben viel Disziplin und Einsatz benötigt. Neben dem Homework, das von März bis April für einige Mitarbeiter der Werkstätten anstand, sind es bis heute markierte Laufwege, Kontaktbeschränkungen und Maskenpflicht, mit denen sich alle arrangieren müssen.

Viele Freizeitangebote fallen aus

Auch viele Freizeitangebote fallen diesen Vorgaben zum Opfer. Umso wichtiger sei eine Auszeit wie die im Zirkuszelt, sagt Kronenfeld. „Dort können die einzelnen Gruppen separat an Tischen sitzen und Corona für einige Zeit vergessen.“ Das dies gelingt, ist der Begeisterung der Zuschauer jedes Mal anzusehen. Der kleine Clown, der sich frech den Aufgaben seiner Mutter entzieht, ist der absolute Liebling. Auch für Patrick Rickrath, der aus dem Ambulant Unterstützten Wohnen von Stift Tilbeck hergekommen ist. „Das war super, aber nicht nur der Clown, auch der Feuerspucker – ein schöner Ersatz für die vielen Dinge, die ausgefallen sind.“

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