Vertreter-Konferenz der Autobahnkirchen tagte in Gescher

Eine Million Reisende pro Jahr besuchen Autobahnkirchen

Mit dem Zustand und dem Zuspruch der Autobahnkirchen in Deutschland sind deren Vertreter sehr zufrieden. „Die Besucher schätzen in Autobahnkirchen vor allem die Ruhe und Anonymität“, sagt Georg Hofmeister, Geschäftsführer der Konferenz der Autobahnkirchen in Deutschland.

Zwei Tage war die Konferenz zu Gast im westmünsterländischen Gescher. Die Stadt beherbergt mit der an der A31 gelegenen St.-Antonius-Kapelle in der Bauerschaft Tungerloh-Capellen seit mehr als 20 Jahren eine Autobahnkirche.

Bitte um eine gute Fahrt

Rund eine Million Menschen besuchen jedes Jahr eine Autobahnkirche in Deutschland. Viele Reisende nutzen das „Anliegenbuch“, um ihre Gedanken festzuhalten und um eine gute Fahrt zu bitten. „Viele zünden eine Kerze an und geben eine Spende“, sagt Hofmeister.

Die Autobahnkirche bei Gescher. | Foto: Johannes Bernard
Die Autobahnkirche bei Gescher. | Foto: Johannes Bernard

Den guten Besuch bestätigt Gastgeber Franz-Josef Menker aus Gescher, der zu den Initiatoren gehörte, die St.-Antonius-Kapelle auch als Autobahnkirche zu nutzen. 7.500 Kerzen würden dort jährlich entzündet. Etwa 20.000 Reisende legten dort Jahr für Jahr einen Stopp ein. „Viele Besucher kommen aus dem Ruhrgebiet und aus den Niederlanden“, hat Menker festgestellt.

Ruhe im hektischen Straßenverkehr

Auch Ortspfarrer Hendrik Wenning ist angetan vom Zuspruch: „Die Kirche steht allen offen. Einige Minuten Ruhe tun im hektischen Alltag und im Straßenverkehr gut.“

Mit dem Grundgedanken „Rast für Leib und Seele“ laden derzeit 44 Autobahnkirchen zur Entspannung, Besinnung und Andacht ein. „Reisende können Ruhe tanken“, sagt Birgit Krause, Mitarbeiterin eines Versicherers im Raum der Kirchen, der seit Jahren die Autobahnkirchen unterstützt.

Von acht bis 20 Uhr geöffnet

Von den derzeit 44 existierenden Kirchen sind 19 evangelisch, acht katholisch und 17 ökumenisch getragen. Sie sind tagsüber mindestens von 8 bis 20 Uhr geöffnet. Manche von ihnen rund um die Uhr.Autobahnkirchen stehen an Raststätten, an Autohöfen oder in unmittelbarer Nähe einer Autobahnabfahrt wie das Gotteshaus in Gescher. Auf dem Gebiet des Bistums Münster laden zwei weitere Kirchen an der A1 an den Raststätten „Münsterland Ost“ und „Dammer Berge“ zu einer Besinnung ein.

Eine weitere Autobahnkirche entsteht vermutlich schon im nächsten Jahr an der A8 am Rastplatz „Sindelfinger Wald“ in der Nähe von Stuttgart, wie Hofmeister informiert. Auch in der Schweiz könnte schon bald am St. Gotthard eine Autobahnkirche gebaut werden. Es wäre die erste in diesem vielbefahrenen Reiseland. Ein Höhepunkt ist in diesem Jahr der ZDF-Fernsehgottesdienst am 7. Juli aus der Autobahnkirche Exter.