Selbstbewusste Entfernung zum Domplatz

Einzug ins Haus der Verbände ist abgeschlossen

Die Mieter sind bereits eingezogen, auch wenn die Baugerüste noch abmontiert werden müssen. Im „Haus der Verbände“ in der Schillerstraße in Münster haben 14 Verbände und Initiativen ihre Arbeit aufgenommen. Zum ersten Mal findet sich eine so große Zahl von katholischen Organisationen im Bistum unter einem Dach wieder. Man erhoffe sich Synergie-Effekte, hieß es bei der Vorstellung des Neubaus am Donnerstag (01.09.2016).

Etwas verzögert hat sich der Einzug, der eigentlich schon im Frühjahr stattfinden sollte. Die Idee und der Vorlauf reicht dabei viel weiter zurück als der erste Spatenstich im Januar 2015. Auf Anfrage einiger Verbände setzte die Bischof-Hermann-Stiftung das Bauvorhaben in Gang, das schon länger in der Schublade lag. Auf dem Parkplatz neben den Gebäuden mit den eigenen  Angeboten für Menschen in sozialen Notlagen entstand für 5,4 Millionen Euro das Haus mit etwa 2.000 Quadratmetern Büro- und Wohnfläche. Die werden von der Stiftung nun an die Verbände vermietet.

Verbände erhoffen sich inhaltliche Vernetzung

„Die Beweggründe der Verbände, eine neue Bleibe zu beziehen, waren unterschiedlich“, erklärte der Stiftungs-Geschäftsführer Dietmar Davids. „Zum Teil aus Raumnot, zum Teil auch, weil ihre Mietabgaben in anderen Gebäuden zu hoch waren.“ Es habe vor allem aber einen Grund gegeben, warum sich die Verantwortlichen entschlossen hätten, aus den unterschiedlichen Teilen der Stadt Münster in eine gemeinsame Bleibe zu ziehen. „Die Möglichkeit der Zusammenarbeit.“

Die Nähe zu den anderen Organisationen führe nicht nur zu einer „räumlichen Vernetzung“, konnte der Geschäftsführer des Kolpingwerks Diözesanverband Münster, Uwe Slüter, schon von den ersten Wochen auf den gemeinsamen Fluren berichten. „Sie führt auch zu einer inhaltlichen Vernetzung.“ Mit der könne man die Position innerhalb der Kirche stärken, Interessen aber auch für die öffentliche Wahrnehmung bündeln.

Mieter wollen selbstbewusst eigene Impulse setzen

Dass viele Verbände dafür etwas weiter vom Dom weggezogen sind, sah der Diözesanpräses der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) nicht als Nachteil. „Das hat den Charme, dass diese Entfernung auch zeigt, wie eigenständig wir sind.“ Als Teil der Kirche wolle man selbstbewusst eigene Impulse setzen. „Da tut ein wenig räumlicher Abstand auch gut.“

Der neue Standort bringe weitere Vorteile, waren sich die Verbandsvertreter einig. Ihre Geschäftsräume seien vor allem für ihre Mitglieder interessant. Die kommen aus dem gesamten Bistum, der nahe Bahnhof sei dafür günstig. Echte Laufkundschaft sei in den Diözesanbüros eher die Ausnahme. Trotzdem will man sich im „Haus der Verbände“ möglichst weit öffnen, etwa mit Bildungs- und Beratungsangeboten.

Bischof Genn segnet Räume am 31. Oktober

Einziehen werden die Geschäftsstellen folgender Organisationen: KAB, JG, CAJ, KFD, „Pax Christi“, Kolping, Katholische Junge Gemeinde (KJG), Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV), Bund der St. Sebastianus Schützenjugend (BdSJ), Katholische Studierende Jugend (KSJ), Familienbund der Katholiken, Christliche Initiative Romero, Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit und Katholische Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz. Im obersten Stockwerk entstehen Wohnräume für zuvor obdachlose Männer. Die offizielle Einweihung mit Bischof Felix Genn ist für den 31. Oktober 2016 geplant.