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Annette Kurschus: Prinzip "Jedem das Gleiche" kann ungerecht sein

EKD-Ratsvorsitzende: Menschen mit wenig Geld viel stärker entlasten

  • Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Annette Kurschus, dringt angesichts steigender Lebenshaltungskosten auf eine stärkere staatliche Entlastung von Menschen mit wenig Geld.
  • Nun müssten "die, die wenig haben, eine richtig satte Entlastung bekommen", sagte Kurschus.
  • Das Prinzip "Jedem das Gleiche" könne manchmal furchtbar ungerecht sein.
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Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Annette Kurschus, dringt angesichts steigender Lebenshaltungskosten auf eine stärkere staatliche Entlastung von Menschen mit wenig Geld. Statt nach dem "Gießkannenprinzip" alle Bürger gleich zu bedenken, müssten jetzt "die, die wenig haben, eine richtig satte Entlastung bekommen", sagte Kurschus. Sie bräuchten "Unterstützung von denen, die mehr haben". Das Prinzip "Jedem das Gleiche" könne manchmal furchtbar ungerecht sein.

"Wir blicken auf einen Herbst und einen Winter, vielleicht auch auf ganze Jahre, wo viele in unserer Bevölkerung gar nicht wissen, wie sie ihren Lebensunterhalt bestreiten sollen, wie sie heizen sollen", sagte die leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen. "Wir haben jetzt die Leute an der Armutsgrenze zu unterstützen." Es sei zu befürchten, dass es für viele Menschen "wirklich ans Existenzminimum geht". Die Kirche werde in dieser Frage laut die Stimme erheben.

Bisherige Entlastungen

Angesichts anhaltender Inflation und hoher Energiepreise hatte die Bundesregierung zwei Entlastungspakete geschnürt. Zunächst waren die Umlage für erneuerbare Energien abgeschafft, ein Heizkostenzuschuss für Wohngeldempfänger und Steuererleichterungen beschlossen worden.

Im zweiten Paket folgten das Neun-Euro-Ticket für den Nahverkehr, der Tankrabatt, die Energiepauschale von 300 Euro für einkommensteuerpflichtige Erwerbstätige, eine Einmalzahlung pro Kind von 100 Euro und in Höhe von 200 Euro für Empfängerinnen und Empfänger von Sozialleistungen. Ein drittes Entlastungspaket ist in Arbeit.

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