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Helferinnen von St. Margaretha bringen Familien und Senioren Bücher bis vor die Haustür

Emsteker Bücherei organisiert Bücher-Lieferservice gegen Langeweile

Die Schließung der Bücherei wegen Corona traf die meisten Kunden der Bücherei von St. Margaretha unvorbereitet. Eine Idee von Leiterin Ulla Moormann soll gegen drohende Langeweile helfen, gerade den Familien.

Sie wird bisher vor allen Dingen von Familien mit Kindern genutzt - die neue „Fernleihe“ der Bücherei der St.-Margaretha-Gemeinde in Emstek bei Cloppenburg. Die Bücherei will Leserinnen und Lesern damit über die für manche sehr langweilige Corona-Zeit hinweghelfen. Damit sie sich auch weiterhin mit Lesestoff versorgen können, hat Leiterin Ulla Moormann den Lieferservice für Bücher und andere Medien organisiert.

Nutzer können Bücher per Mail bestellen

Nutzer können den Bestand der Katholischen Öffentlichen Bücherei (KÖB) online einsehen und per Mail eine Wunschliste mit Titeln an die Bücherei schicken. Das ehrenamtlich organisierte Team stellt daraus eine Lieferung zusammen und bringt sie nach telefonischer Absprache bis vor die Haustür.

„Als wir die Bücherei wegen Corona schließen mussten, kam mir die Situation unserer älteren Nutzer und vor allen Dingen auch die der Familien in den Sinn“, so Ulla Moormann. „Für sie kam das alles ja sehr plötzlich.“

Für die meisten kam die Corona-Zwangspause zu plötzlich

Zwar hatten einige wohl schon etwas geahnt und sich an den letzten Tagen vor der Zwangspause noch einmal mit Büchern eingedeckt. „Aber die meisten hatten keine Chance, sich darauf einzustellen.“ Da sei ihr die Sache mit dem Bringservice eingefallen.

„Ich bin mir sicher, dass ich selbst so einen Service für mich bräuchte“, sagt die 68-Jährige Leiterin. Sie sei mit ihren Büchern meist sehr schnell durch. Ihr Gedanke: „Das geht andern bestimmt auch so.“

Bücher sollen besonders Familien helfen

Vor allen Dingen hat sie Familien mit Kindern im Sinn. „Sie müssen ja die Stunden irgendwie füllen. Und was sollen sie machen, wenn die Spielplätze gesperrt sind. Da ist es uns ein Anliegen, ihnen zu helfen, die Zeit zu überbrücken.“

Das Team achtet dabei peinlich genau auf Hygiene. „Auch wenn nach Tagen oder Wochen im Regal eigentlich keine Viren auf den Büchern sein können, werden sie vor dem Einpacken noch einmal sorgfältig desinfiziert“, sagt die Leiterin.

Die Leiterin rechnet bald mit mehr älteren Kunden

Wie richtig sie mit dem Angebot liegt, kann Ulla Moormann an den Nutzerzahlen der durch Corona bedingten Fernleihe ablesen. „Zu 90 Prozent kommen die Bestellungen von Eltern mit Kindern“, sagt sie. Voraussichtlich würden aber ab der kommenden Woche vermehrt ältere Nutzer hinzukommen. „Die meisten haben ihren Garten dann fertig. Und da bleibt in Zeiten von Corona ja auch nicht mehr so viel Auswahlmöglichkeiten.“

An Zahlen lässt sich ablesen, wie wichtig die Bücherei für die Gemeinde ist. 27.000 Mal wurden im vergangenen Jahr die 11.000 Medien ausgeliehen. „Die Bücherei wird im Dorf gut angenommen“, sagt Ulla Moormann. Hauptkundschaft seien Familien mit Kindern und Grundschulkinder. Sie können fünfmal in der Woche geöffnet, auch sonntags nach dem 11-Uhr-Gottesdienst.

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