NATURKATASTROPHE

Schwere Erdbeben in Venezuela: Soforthilfen laufen an – Wilmer erschüttert

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Zwei Erdbeben haben Venezuela erschüttert, Hunderte bis Tausende Tote werden befürchtet. Hilfswerke versprechen Nothilfe, Wilmer meldet sich zu Wort.

Nach zwei schweren Erdbeben in Venezuela laufen erste Hilfen an. Die Lage im Land bleibt dabei noch unübersichtlich. Wie viele Menschen tatsächlich zu Schaden kamen, ist noch nicht abzusehen. Die Zahl der Toten lag am Mittag bei über 160, die der Verletzten bei rund 1.000. Unterdessen schätzte die US-Erdbebenwarte die Zahl der möglichen Todesopfer auf 10.000 bis 100.000 Menschen.

Die beiden Erdstöße sollen eine Stärke von 7,2 und 7,5 auf der nach oben offenen Richterskala gehabt haben und zählen damit zu den stärksten Erdbeben, die in Venezuela in den vergangenen Jahren gemessen wurden. Betroffen sollen vor allem Städte in Zentralvenezuela sein. Die Übergangsregierung unter Interimspräsidentin Delcy Rodríguez rief den nationalen Notstand aus. Laut Angaben der Regierung ist der Flughafen Maiquetía der Hauptstadt Caracas „aufgrund schwerer Schäden an der Infrastruktur geschlossen“.

Hilfswerke sagen erste Nothilfe zu

Unicef Deutschland machte auf die Gefahren für Kinder aufmerksam. „Schwere Erdbeben sind besonders für Kinder eine traumatische Erfahrung“, sagte der Geschäftsführer von Unicef Deutschland, Christian Schneider. Sie bräuchten jetzt dringend Schutz und psychosoziale Hilfe. Dafür sowie für Hilfsgüter wie Trinkwasser, Hygieneartikel und Medikamente stellt das Hilfswerk 250.000 Euro als Nothilfe zur Verfügung.

Das katholische Hilfswerk Malteser International kündigte an, 250.000 Euro als Soforthilfe zur Verfügung zu stellen. Caritas international gibt 100.000 Euro für schnelle Hilfe vor Ort frei. „Unsere Partnerinnen und Partner der Caritas Venezuela mit ihrem Netzwerk von 30.000 freiwilligen Helferinnen und Helfern sind tief in den Gemeinden verwurzelt und verfügen über ein einzigartiges Netzwerk im ganzen Land“, sagte Jonas Brenner von Caritas international. Daher werde man mit den Partnern vor Ort versuchen, schnelle, belastbare Hilfsstrukturen aufzubauen.

Der Nothilfekoordinator von Malteser International, Jonas Jung, kündigte schnelle Hilfe an, sobald die Lage vor Ort sondiert wurde. Ein weiteres Problem ist es, dass die betroffenen Gebiete dicht besiedelt sind, was zur Folge haben wird, dass viele Menschen betroffen sind.“

Bischof Wilmer dankt Helfern in Venezuela

Die Aktion Deutschland Hilft teilte mit, dass neben den Maltesern als Partner auch weitere Partnerorganisationen Hilfe vor Ort leisten werden. World Vision sei im Erdbebengebiet im Einsatz, kümmere sich etwa um die Versorgung mit Trinkwasser und den Aufbau von Notunterkünften. Der Arbeiter-Samariter-Bund werde sich zunächst um die Wiederaufbereitung von Wasser mit drei sogenannten Skyhydranten kümmern. Weitere Organisationen prüften gerade ihre Möglichkeiten.

Die katholische Kirche in Venezuela intensivierte laut Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur Kathpress ihre humanitäre und seelsorgerische Tätigkeit. Geplant ist demnach, bestehende kirchliche Netzwerke zur Unterstützung der Opfer zu nutzen. Pfarreien, Einrichtungen und Ordensgemeinschaften bereiteten Unterkünfte, Hilfsgüterverteilungen und seelsorgerische Begleitung für Betroffene vor.

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Münsters Bischof Heiner Wilmer, zeigte sich erschüttert von den Bildern des Erdbebens. Seine Gedanken und Gebete seien bei den Menschen, „die ihre Angehörigen, ihr Zuhause und jede Sicherheit verloren haben“, hieß es in einer in sozialen Medien veröffentlichten Erklärung. Zugleich dankte der Bischof von Münster ausdrücklich den ersten Helfern vor Ort, „den vielen Rettungskräften, den kirchlichen Hilfswerken und allen, die unter schwierigsten Bedingungen jetzt Hilfe leisten“.

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