Tipps, wie die Familie die Zeit vor dem großen Festtag nutzen kann

Erstkommunion: Das können Eltern und Großeltern tun

Zeit schenken und offen sein: Sich Zeit nehmen für ein gemeinsames Buch oder Spiel, für kleine Erlebnisse und Spontangespräche – das kann jeder. Denn Kinder fragen plötzlich, „zwischen Tür und Angel“. Auch nach Gott und dem Glauben.

Diese Momente des Austausches sollten Eltern und Groß­eltern nutzen, offen sein, auf die Fragen eingehen. Das vermittelt den Kindern: Gott hat Zeit für uns, er ist für uns da. Auch wir haben Zeit füreinander, sind füreinander da.

Sonntag als Unterbrechung nutzen

Viele Familien wirken heute gehetzt, sind oft zeitlich und mit den Kräften an der Grenze ihrer Möglichkeiten. Die Vorbereitung auf die Erstkommunion fällt mitten in diesen Alltag.

Eltern sollten nicht meinen, sie müssten in dieser Zeit noch mehr „tun“, sondern vielmehr Dinge vertiefen: zum Beispiel bewusster mit den Kindern leben, eine neue Sonntagskultur in der Familie gestalten, den Sonntag als Unterbrechung und nicht als Steigerung der Werktage mit noch mehr Aktionen und Terminen leben.

Kinder zum Gottesdienst begleiten

Die Kommunion­vorbereitung ist auch eine Eucharistievorbereitung. Die Eucharistiefeier lebt von einem langsamen Vertrautwerden. Ohne Praxis bleibt das Ganze schwer zu vermitteln. Familien sollten daher den Mut haben, die Kinder zum Gottesdienst zu begleiten.

In fast allen Gemeinden gibt es Angebote für Familien mit Kindern. Familien sollten sich am Sonntag dafür Zeit einräumen. Sie können sich hierzu auch mit anderen Familien verabreden, damit die Kinder ihre Freunde dort treffen. Denn es ist wichtig, dass sie ein Gefühl von Gemeinschaft im Gottesdienst erleben. Das geschieht auch, wenn sie sich zum Beispiel um den Altar versammeln und sich zum Vaterunser die Hände reichen.

Impulse aus der Katechese zuhause aufgreifen

So kann zum Beispiel ein gestalteter Gebetswürfel auch bei Tisch eingesetzt oder am Abend ein Segensgebet gesprochen werden. Eltern, Großeltern und Kinder können sich als kleines Ritual gegenseitig segnen, nachfragen, was in der Katechese besprochen wurde und die „Schatzkiste“ oder die Mappe mit Zeichen und Themen aus der Vorbereitung immer mal wieder zur Hand nehmen.

Eltern haben bei der Vorbereitung auf die Erstkommunion eine zentrale Bedeutung. Was sie ihrem Kind zu Hause vermitteln, ist unersetzlich.

Den eigenen Glauben hinterfragen

Um auf die Fragen der Kinder eingehen zu können, sollten Eltern und Großeltern sich auch mit ihrem eigenen Glauben beschäftigen. Dabei sollten sie keine Angst haben, die Fragen nicht richtig beantworten zu können. Es geht nicht um abrufbares Fachwissen, sondern um Glaubwürdigkeit und eine ehrliche Suche nach Antworten.

Hier kann Großeltern eine besondere Rolle zufallen, da sie meist mehr Zeit für Gespräche und oft einen reichen Fundus an Glaubens­erfahrungen haben.

Das Fest gut vorbereiten

Bei allen Bemühungen um Perfektion sollten die Eltern eines im Blick behalten: Im Mittelpunkt des Festes steht das Kommunionkind. So ist zu überlegen, ob neben der Familie auch Freunde des Kindes kommen dürfen. Zur Erinnerung kann ein Gästebuch herumgereicht oder ein Buch gestaltet werden.

Diese Aktion muss von einer Person koordiniert werden. Dazu fertigt jeder Gast im Vorfeld eine DIN-A-4-Seite mit persönlichen Wünschen für das Kommunionkind an. Es darf gemalt, geklebt und gebastelt werden. Bei der Gestaltung  sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Am Ende alle Seiten lochen und mit einem Schleifenband zu einem Buch zusammenbinden.

Und nach der Erstkommunion?

Gelassen bleiben und vertrauen: Es lohnt sich zu schauen, ob und wie es für das Kind in der Gemeinde weitergehen kann. Will es Messdiener werden? Ins Zeltlager mitfahren? Zur Gruppenstunde gehen? Regelmäßig den Gottesdienst besuchen? Auch hier ist es gut, keinen Druck auszuüben und in Ruhe zu schauen, was das Kind möchte.

Mütter, Väter und Katecheten sollten darauf vertrauen, dass die guten Erfahrungen aus der Vorbereitungszeit bleiben und Wurzeln schlagen – irgendwann.