Fotos: Ökumenischer Gottesdienst beim Katholikentag

Erzbischöfin in Münsters Dom: Besser Fehler machen als nichts tun

Die Erzbischöfin der lutherischen Schwedischen Kirche, Antje Jackelen, hat die Christen aufgerufen, sich im Streben nach Einheit nicht beirren zu lassen. Dazu müssten sie die Angst vor Fehlern überwinden, meinte die aus Deutschland stammende Theologin am Freitagabend im überfüllten Dom zu Münster beim zentralen Ökumenischen Gottesdienst des Katholikentags. „Es kann nicht unser Hauptinteresse sein, Fehler zu vermeiden; lieber ab und zu einen Fehler machen, als gar nichts zu tun“, so die Erzbischöfin.

Sie erinnerte an die Christen, die sich in der Vergangenheit für Frieden und Ökumene eingesetzt hätten und erwähnte namentlich ihren Amtsvorgänger Nathan Söderblom (1914-1931). Dieser habe mit seinem Einsatz, der ihm 1930 den Friedensnobelpreis einbrachte, nicht den Zweiten Weltkrieg verhindern können, aber wesentliche Impulse gegeben.

Der Gottesdienst wurde vom Münsteraner Bischof Felix Genn, der westfälischen Präses Annette Kurschus und dem griechisch-orthodoxen Metropoliten Augoustinos geleitet. Eine zentrale Rolle in der mit Musik aus unterschiedlichen Epochen gestalteten Feier nahm die Tauferinnerung ein.

Friedenskerze der KFD brennt seit 1956 im Dom

In einer Prozession wurde die Friedenskerze der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (KFD), die seit 1956 in einer Kapelle des Doms täglich brennt, durch das Gotteshaus getragen, als - wie es hieß - „brennende Bitte um Frieden in den Herzen der Menschen und der Welt“. Zudem wurden Banner mit den Bildern der Kreuzigungsgruppe im Dom, der Lamberti-Kirche und des Rathauses als Erinnerung an unfriedliche Zeiten in der Geschichte der Stadt Münster bei der Prozession mitgeführt.