Voraussetzungen erfüllt – Termin noch offen

Erzbischof Oscar Romero wird heiliggesprochen

Papst Franziskus wird – neben seinem Vorgänger Paul VI. – auch den während einer Messe erschossenen Erzbischof von El Salvador, Oscar Arnulfo Romero, heiligsprechen. Wie der Vatikan am Mittwoch bestätigte, erkannte der Papst zwei medizinisch nicht erklärbare Heilungen als Wunder an, die aufgrund der Fürsprache der beiden erfolgt sein sollen.

Mit der Anerkennung dieser Wunder wurde die Voraussetzung für die Heiligsprechung geschaffen. Bereits am Dienstag hatte Kardinal-Staatssekretär Pietro Parolin angekündigt, Ende Oktober werde Paul VI. heiliggesprochen.

Eine gemeinsame Feier für ihn und Romero ist möglich. Denkbar ist aber auch, den Erzbischof aus Mittelamerika während des Weltjugendtags 2019 in Panama heiligzusprechen. Die italienische katholische Tageszeitung „Avvenire“ meldet, auf Fürsprache Romeros sei eine Frau mit einer nicht näher bezeichneten lebensbedrohlichen Erkrankung „auf wundersame Weise“ geheilt worden.

Am Altar erschossen – seit 2015 selig

Romero, ein Vertreter der Befreiungstheologie, geriet durch sein Eintreten für soziale Gerechtigkeit und politische Reformen in Opposition zur damaligen Militärdiktatur in El Salvador. Am 24. März 1980 wurde er während einer Messe am Altar erschossen. Sein Tod löste den Bürgerkrieg gegen die seit 1979 herrschende Militärjunta aus.

Das 1994 begonnene Seligsprechungsverfahren für Romero zog sich lange hin, unter anderem weil zu klären war, ob die Todesumstände von politischen Motiven bestimmt waren oder die Kriterien eines Martyriums erfüllten. Franziskus sprach Romero im Mai 2015 in San Salvador selig.