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Ex-Mitarbeiterin erfährt große Solidarität

Erzbistum Köln: Woelki-Whistleblowing bleibt für Dahm folgenlos

  • Das Erzbistum Köln wird keine arbeitsrechtlichen Schritte gegen Whistleblowerin Hildegard Dahm einleiten.
  • Das teilte das Kölner Generalvikariat mit.
  • Dahm hatte Anschuldigungen gegen Kardinal Woelki erhoben.
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Anders als zunächst angedroht wird das Erzbistum Köln offenbar keine arbeitsrechtlichen Schritte gegen seine Mitarbeiterin Hildegard Dahm einleiten. Das berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger“ und beruft sich dabei auf Aussagen von Dahm selbst: Der für sie zuständige Abteilungsleiter im Generalvikariat habe sie am Freitag in einem Gespräch über eine entsprechende Entscheidung von Generalvikar Guido Assmann informiert.

Die ehemalige Mitarbeiterin der Personalabteilung, die heute als Verwaltungsleiterin in einer Pfarrei arbeitet, hatte Anfang November in einem Interview im „Stadt-Anzeiger“ neue Vorwürfe gegen den Erzbischof erhoben. Daraufhin hatte die Kölner Staatsanwaltschaft offizielle Ermittlungen aufgenommen wegen des Vorwurfs, Woelki habe eine falsche Versicherung an Eides Statt abgegeben.

Liste mit 14 Priestern für Woelki erstellt

Dabei geht es im Kern um die Frage, wann genau Woelki mit Missbrauchsvorwürfen gegen den früheren Sternsinger-Chef Winfried Pilz befasst wurde. Er selbst erklärte in einem presserechtlichen Verfahren gegen die „Bild“-Zeitung an Eides Statt, dies sei erst in der vierten Juni-Woche 2022 geschehen.

Dem widersprach Hildegard Dahm: Als Assistentin des damaligen Personalchefs im Erzbistum habe sie bereits 2015 eine Liste mit den Namen von 14 Priestern erstellt, denen Missbrauch angelastet wird. Darunter sei auch der Name Pilz gewesen.

Erzbistum weist Anschuldigungen zurück

Ihr Vorgesetzter habe die Liste zu einem Termin mit Woelki mitgenommen. „Mag sein, dass er sich das Blatt mit Pilz und den anderen 13 Namen nicht angeschaut hat. Aber befasst habe ich ihn damit. Ganz eindeutig“, sagte die Frau. Nach der Sitzung habe sie von ihrem Chef wissen wollen, wie Woelki auf die Liste reagiert habe. „Das hat den Kardinal überhaupt nicht interessiert“, habe er geantwortet.

Das Erzbistum hatte alle Anschuldigungen zurückgewiesen und die Prüfung von arbeitsrechtlichen Schritten angekündigt. Die Frau wisse selbst nicht, „ob der Kardinal diese, eine andere oder gar keine Liste gesehen hat, behauptet dieses aber einfach ins Blaue hinein“, hieß es unter anderem in einer viel kritisierten Presseerklärung. Vermutlich auch wegen dieser Erklärung trennt sich das Erzbistum zum Jahresende von Pressesprecher Jürgen Kleikamp.

Bewegt von Reaktionen Betroffener

Dahm zeigte sich sehr erfreut über Assmanns Entscheidung: „Ich bin total erleichtert“, sagte sie der Zeitung. Die Androhung sei „natürlich nicht spurlos an mir vorübergegangen“. Gründe für das Ergebnis der angekündigten Prüfung seien ihr nicht mitgeteilt worden.

Sie ergänzte, sie sei zutiefst beeindruckt von einer „überwältigenden Solidarität“, die sie in den vergangenen Wochen erfahren habe, und zwar sowohl von ihrem Pfarrer und ihrer Gemeinde als auch von der Mitarbeitervertretung, Kolleginnen und Kollegen in der Bistumsverwaltung und verschiedenen Berufsgruppen im Erzbistum. Besonders bewegt habe sie die Reaktion von Missbrauchsopfern, die ihr für ihren Mut und ihren Willen zu Transparenz gedankt hätten.

Reaktion des Erzbistums
Das Erzbistum Köln wollte sich am Montag in der Sache nicht äußern. Zu Personalangelegenheiten beziehe man grundsätzlich keine Stellung, teilte es dem Evangelischen Pressedienst mit. | epd

Update 12 Uhr: Reaktion Erzbistum im Kasten

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