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Rike Bartmann zum Leid in der Ukraine

Es gibt sie - kleine Momente der Hoffnung in Zeiten des Krieges

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Der Krieg in der Ukraine dauert bereits 40 Tage. Angesichts des Leids der Menschen hofft Gast-Kommentatorin Rike Bartmann auf ein schnelles Ende des Krieges und erfreut sich an den kleinen Zeichen der Hoffnung.

40 Tage – so lange dauert der Krieg in der Ukraine nun schon. 40 Tage – eine verdammt lange Zeit, wenn Sie mich fragen. Und zugleich eine sehr symbolische Zeit: Jesus war 40 Tage in der Wüste, bei der Sintflut hat es 40 Tage und 40 Nächte geregnet, 40 Tage liegen zwischen der Auferstehung und der Himmelfahrt Christi.

Die Bilder aus der Ukraine aus den letzten 40 Tagen sind für mich einfach grauenhaft: Zerbombte Städte, zerstörte Brücken und Straßen, Angriffe auf Bunker, in denen Menschen Schutz suchen, Bombardierungen von Krankenhäusern und Geburtskliniken, in denen Menschen liegen, die ganz besonders verletzlich und hilfebedürftig sind – das berührt mich sehr und macht mich unfassbar traurig. Das ist ein grausames Verbrechen, das dort seit 40 Tagen abläuft und ich wünsche mir so sehr, dass es endet.

Menschen, die helfen und anpacken

Die Autorin
Rike Bartmann ist pädagogische Referentin bei der Katholischen Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NRW. Sie wuchs im Sauerland auf, hat ihre Wurzeln in der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG), studierte katholische Theologie auf Lehramt und ist seit acht Jahren Autorin und Sprecherin bei „Kirche in 1Live“ im WDR-Hörfunk.

Aber es gibt auch kleine Momente, die mich im positiven Sinn berühren: Menschen, die helfen und mit anpacken, die da sind für die Flüchtenden und sie unterstützen, so gut es geht. Eine Freundin von mir ist mit zwei leeren Reisebussen aus dem Münsterland an die polnisch-ukrainische Grenze gefahren und hat dort 106 Menschen abgeholt und sicher nach Deutschland gebracht. In mein altes leerstehendes Elternhaus sind 18 Menschen aus der Ukraine eingezogen und haben dort ein neues Zuhause auf Zeit gefunden.

Es gibt wunderbare Spendenaktionen mit Lebensmitteln, Kleidung und Spielzeug in Kirchengemeinden für die Neuankömmlinge, damit sie sich gut und sicher einleben können in ihrem Übergangszuhause in Deutschland. Menschen versammeln sich und beten für den Frieden oder veranstalten Friedensdemos, beflaggen Häuser, Fahnenmasten und Fenster mit der ukrainischen Flagge als Zeichen der Solidarität mit den Menschen aus der Ukraine. All das sind kleine Dinge, die jede und jeder Einzelne von uns tun kann. Mit der Hoffnung, damit ein sichtbares Zeichen zu setzen, dass diese grausame russische Invasion so bald wie möglich endet.

Die 40 Tage in der Bibel sind häufig ein Symbol für Reinigung und Neubeginn und das wünsche ich mir sehr für die Ukraine. Dass dort bald wieder ein Neubeginn möglich ist. Und dass im Kopf des russischen Präsidenten der Heilige Geist mal ordentlich aufräumt und klar Schiff macht, damit die Menschen dort endlich friedlich miteinander leben können.

In unseren Gast-Kommentaren schildern die Autor:innen ihre persönliche Meinung zu einem selbst gewählten Thema. Sie sind Teil der Kultur von Meinungsvielfalt in unserem Medium und ein Beitrag zu einer Kirche, deren Anliegen es ist, die Zeichen der Zeit zu erkennen.

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