Ausweg-Suche auch in Münster, Oldenburg und Recklinghausen

„Escape Rooms“ im Test: Sind sie familientauglich?

Erbarmungslos verstreichen die Sekunden. Mittlerweile strömt schon Rauch aus der Aktentasche mit der Zeitschaltuhr. Etwas mehr als 30 Minuten bleiben uns. Und noch immer haben wir die rettende Zah­len-Kombination nicht herausgefunden. Jetzt sind es nur noch 29 Minuten. Werden wir es schaffen?

„Hier, probier mal die Ausweisnummer des Professors aus“, ruft unser Sohn. „Den habe ich im Tresor unter der Geldkassette gefunden.“ Ich vertippe mich und benötige drei Versuche. Fehlanzeige. Nur ein kurzes Brummen, und die LED-Lampe blinkt weiter rot vor sich hin. „Wir müssen weitersuchen. Oh Mann, das schaffen wir nie.“ Ein Zeitzünder und genau eine Stunde Zeit. Nur ein Beispiel für die Zutaten einer Freizeitbeschäftigung, die in immer mehr Städten auch in Deutschland Trend ist.

Zum Spaß eingesperrt

Sie heißen „Unlock“ oder „Escape-Rooms“. Räume, in die sich kleine Gruppen einschließen lassen, natürlich mit Notausgang, um gemeinsam das Abenteuer ihrer Rettung hautnah nachzuspielen.

Als Abenteuerspaß für Freunde, als so genanntes Teambuilding für Kollegen oder – wie in unserem Fall – als Spaß für eine Familie mit erwachsenen Kindern. Mindestens jugendlich, das wird uns im Verlauf des Spiels klar, sollten Kinder für so ein Spiel schon sein, nicht nur wegen der teils martialischen Rahmenhandlung. Statt einer Bombe, die entschärft wird, kann es aber auch ein Schatz sein, der gefunden werden muss. Oder ein Rätsel, das zu lösen ist.

Mit vielen Überrschungseffekten

Alle Anbieter arbeiten nach einem ähnlichen Konzept: Man lässt sich in einen Themenraum einschließen, und das Abenteuer beginnt. In unserem Fall mit einem kurzen Videofilm, der in die Geschichte einführt. Diesmal die eines Professors, der aus irgendeinem Grund das Ergebnis seiner Forschung vernichten will. Und wir sollen es für die Menschheit retten. Ab dann läuft die Zeit.

Als das Licht angeht, finden wir uns in einer Art Labor wieder. Wir fangen direkt an zu stöbern und nach Hinweisen zu suchen. Die Fragen ergeben sich von selbst. Ein Computerbildschirm wartet darauf, dass ein Passwort eingegeben wird, an mehreren Schränken sind Zahlentastaturen befestigt, in einem Schrank findet sich die Hälfte eines durchgerissenen Briefes. Und so weiter.

Für Familien bedingt geeignet

Jetzt beginnt das Kombinieren und Ausprobieren. Wie könnten uns die Symbole helfen, die sich an mehreren Stellen finden? Warum hängt ein Plakat mit einem Periodensystem an der Wand? Was kann man mit den Kabelverbindungen anfangen? Wozu sind die Schwarzlichtlampen gut? Und brauchen wir das Mikroskop für irgendetwas?

Nach und nach finden vor allen Dingen die schnell kombinierenden Kinder Lösungen. „Lass uns das mal probieren“, ruft die Jüngste. „Ich glaube, ich hab's! Gib mal den Zettel“, die Älteste. Und ab und zu trägt auch der Rat der Eltern dazu bei, einen Schritt nach vorn zu kommen. Wenn man nicht mehr weiter weiß, schaltet sich notfalls von außen ein Betreuer per Bildschirm mit Tipps zu. Er behält die Gruppe die ganze Zeit per Videokamera im Blick.

Rund hundert Euro für fünf Personen

Alles in allem geht es um Teamarbeit. Das Spiel funktioniert am besten, wenn Ideen  und Ergebnisse schnell weitergegeben werden. Gemeinsam und nicht gegeneinander, lautet das Motto. Sieger ist am Ende das Team. Das ist die Stärke des mit rund 100 Euro nicht gerade billigen Spaßes.

Escape-Rooms gibt es zum Beispiel in Münster
www.unlock.de
www.adventurebox-muenster.de
www.teamescape.com
Oldenburg
www.escaperoom-oldenburg.de
www.teambreakout.de
Recklinghausen
www.mysteryagents.de