Klaus Pfeffer will offene Gespräche auch nach Dialogprozess

Essens Generalvikar: Viel Frust und Lethargie in der Kirche

"Viel Unzufriedenheit und Frustration" und eine "gewisse Lethargie auf allen Ebenen" macht der Essener Generalvikar Klaus Pfeffer in der Kirche aus. "Zuweilen brodelt es gewaltig", sagte er laut Pressestelle des Ruhrbistums am Mittwoch (31.08.2016) vor einem Treffen von Deutscher Bischofskonferenz und Zentralkomitee der deutschen Katholiken am Donnerstag und Freitag in Mülheim. Dabei soll der bundesweite Gesprächsprozess der katholischen Kirche ausgewertet werden, der nach dem Missbrauchsskandal 2010 begann und 2015 zu Ende ging.

Institution "nicht so entscheidend"

Dass immer mehr Menschen sich von Kirche und Christentum verabschieden, stellt nach Pfeffers Auffassung "vieles in Frage, was wir in unserer Kirche für selbstverständlich halten". Das mache zwar "ratlos und traurig", dennoch müsse darüber "in aller Offenheit" noch intensiver geredet, gerungen und gestritten werden. Pfeffer warnte zugleich davor, nur über "die Umstände", "die Gesellschaft", "die Bischöfe" zu lamentieren, anstatt "einfach neue Wege auszuprobieren und die eigene Verantwortung wahrzunehmen".

Die Kirche als Institution sei letztlich nicht so entscheidend: "Kirche 'braucht' es nur, damit Menschen mit Gott in Berührung kommen können und so zu einer Glaubensgemeinschaft werden", glaubt Pfeffer. Menschen suchten anderswo nach Spiritualität, weil sie "bei uns zu wenig oder gar nichts mehr von Gott erfahren".