Programm für das Treffen Ende Mai in Berlin und Wittenberg

Evangelischer Kirchentag setzt auf „klare Haltung“ und Dialog

Eine Grundhaltung des Dialogs soll den Deutschen Evangelischen Kirchentag 2017 in Berlin und Wittenberg prägen. „Wir wollen uns mit klarer Haltung, aber offen im Gespräch auf andere Sichtweisen einlassen“, sagte Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au am Dienstag in Berlin bei der Vorstellung des Programms. Zum Kirchentag werden vom 24. bis 28. Mai unter dem Motto „Du siehst mich“ mehr als 100.000 Teilnehmer erwartet.

Politisches Schwerpunktthema wird nach den Worten von Generalsekretärin Ellen Ueberschär Europa. Besonders im Blick seien die Verhältnisse in Polen, in der Ukraine und Russland, „immer verbunden mit der Frage nach dem Zustand der Zivilgesellschaften“. Zudem werde der Kirchentag vor der Bundestagswahl „zeigen, wie stark die Kräfte eines liberalen und weltoffenen Protestantismus sind“, betonte Ueberschär.

Diskussion mit AfD-Vertreterin geplant

Als Referenten angekündigt sind unter anderen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) und SPD-Vorsitzender Martin Schulz. Zum Thema „Christen in der AfD?“ will der evangelische Berliner Bischof Markus Dröge mit Anette Schultner vom Bundesverband „Christen in der AfD“ diskutieren. Aus der Au sagte, der Kirchentag wolle eine solche Fragestellung nicht ausblenden und sagen: „Mit denen reden wir nicht“. Dies bedeute aber keine andere Haltung zu der Partei als beim Katholikentag 2016 in Leipzig, zu dem keine AfD-Vertreter eingeladen waren.

Das Programm
Das Programm des Kirchentags gibt es unter www.kirchentag.de/programm und als kostenlose Smartphone-App für iOS und Android.

Aus der Ökumene werden unter anderen der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland, Metropolit Augoustinos, sowie erstmals der Primas der anglikanischen Kirche, Justin Welby, erwartet.

An die mehr als 10.000 Flüchtlinge, die seit 2014 auf dem Weg nach Europa umgekommen sind, will der Kirchentag nach Angaben Ueberschärs am 26. Mai mit einer Schweigeminute in allen Veranstaltungen erinnern.