Landtagsabgeordneter René Schneider gehört zum Sprecherteam

Evangelischer SPD-Politiker an Kolping-Spitze in Xanten

Sie stehen wie ein Mann hinter ihrem Sprecherteam: Der Vorstand der Xantener Kolpingsfamilie. Gerade haben sie während einer Klausurtagung ihr Jahresprogramm 2018 besprochen und darüber nachgedacht, ob ihr Programm noch mit ihren Zielgruppen übereinstimmt.

„Nehmen wir zum Beispiel den Einkehrtag“, sagt Franz Steeger. „Diese klassische Form spricht die Jugendlichen nicht an. Andererseits wollen wir aber die jungen Leute für Kolping gewinnen. Für uns bedeutet das, für die älteren Mitglieder den Einkehrtag weiter zu pflegen, für die jüngeren aber eine andere Form wie beispielsweise eine moderne Form von Glaubensgesprächen zu finden.“

Die Xantener Kolpingsfamilie hat zurzeit noch in allen Altersgruppen viele engagierte Mitglieder. Das Nachdenken über zielgruppenorientiertes Programm lohnt sich. In der Gruppe bis 40 Jahre gibt es 40 Mitglieder, in der Gruppe bis 65 Jahre 50 Frauen und Männer, und 110 Kolpingsleute sind älter als 65. „Auch die Kolpingjugend ist sehr aktiv“, sagen Maxi Decker und Sarah Bosch, die für die Jugend sprechen.

Preis für Handwerker

Es wird in diesem Jahr besondere Highlights geben. Am 30. November wird zum ersten Mal der „Goldene Leisten“ an Handwerksfirmen verliehen, die in besonderer Weise Verantwortung übernommen haben. Eine Auszeichnung, die an die handwerkliche Herkunft des katholischen Sozialverbandes erinnert.

Weitere Aktionen: die HaltPölje-Sitzung, der Segeltörn, das „Faire Frühstück“, oder der Frauentreff, um nur einige Beispiele zu nennen. Darüber hinaus wird Silvester 2018 eine Feier für Alleinstehende angeboten. „Menschen, die zu keiner Feier eingeladen sind, können mit uns feiern und das Feuerwerk auf dem Xantener Marktplatz erleben“, sagt René Schneider, einer der Sprecher des Vorstands.

Zahlreiche Aktionen gesponsert

Und es werden Aktionen wie die Altkleidersammlung weitergeführt. Noch Mitte Januar wurden 16 Tonnen Altkleider verladen. „Eine ziemliche Keulerei. Aber die, die mitmachen, haben viel Spaß und wissen wofür sie es tun“, meint Harold Ries, der in Xanten lebende Kolping-Diözesanvorsitzende. Durch den Erlös dieser Aktion wurden die Dommusikschule, der Missionskreis Ndanda, das Festival „Rock am Dom“, das Messdienerlager oder die Anschaffung der Indiktionsschleife im Dom unterstützt.

Seit einem Jahr hat die Kolpingsfamilie Xanten ein neues Vorstandsmodell. An der Spitze steht nicht mehr ein Vorsitzender mit seinem bzw. seiner Stellvertreterin und einem Kassierer. Statt dessen arbeitet ein Dreier-Team mit dem Vorstand zusammen. Als Harold Ries Ende 2016 signalisierte, dass er nicht wieder als Vorsitzender in Xanten kandidieren wollte, musste eine Alternative gefunden werden.

Vorstandsarbeit neu entwickelt

Theo Geenen, ein langjähriges Mitglied sprach René Schneider (SPD), NRW-Landtagsabgeordneter aus Kamp-Lintfort, während einer Veranstaltung konkret auf die Kandidatur an. Die Antwort des Politikers: „Ich bin evangelisch, kein Xantener und SPD-Mitglied“. Geenens Replik:“Daraus höre mich kein Nein!“

Die Kolpingsfamilie und Schneider fanden zusammen. Aber: Es sollte ein Team werden. Ursula Steltner, deren Vater lange Jahre Kolpingsmitglied gewesen war, konnte ebenso gewonnen werden wie Christoph Laugs, seit 1992 als Kassierer aktiv. Für dieses Modell musste die Satzung geändert werden.

Gemeinsam wollen sie in ihrer Arbeit politischer werden. „Nicht parteipolitisch“, erläutert Schneider. Man werde beispielsweise den Sonntagsschutz in den Mittelpunkt stellen. Kolping sei für sie immer Heimat gewesen, sagt Steltner. Das Engagement für andere war und ist ihr wichtig. Und in diesem Sinn sei die Kolpingsfamilie eine lebendige Gruppe, die sie als Sprecherteam unterstützen wollten.