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Was war Jesus wichtig? Das fragt Julia Riedl, Pastoralreferentin in der Gemeinde St. Stephanus in Beckum, legt die Lesungen dieses Sonntags aus.
Engel, die Frieden auf Erden verkünden; Jesus, der die Friedensstifter seligpreist und selbst als Friedensfürst verehrt wird – so kennen wir die Botschaft der Bibel. Und nun sagt Jesus auf einmal: „Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf der Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, sondern Spaltung.“ Davon haben wir doch wirklich schon genug auf der Welt! Zwischen Arm und Reich, zwischen politischen Ansichten oder zwischen den Generationen. Wenn man das Evangelium auf diese Weise liest, würde man es am liebsten ganz schnell wieder weglegen.
Es ist aber nun einmal da. Vielleicht dürfen wir die zitierte Stelle weniger als Finalsatz lesen, die Spaltung nicht als Jesu Ziel verstehen, sondern eher konsekutiv, als Konsequenz, die er in Kauf nehmen muss für ein größeres Ziel. Für Entschiedenheit nämlich. Christsein braucht Entschiedenheit, gerade in Zeiten, in denen das Bekenntnis zu Christus zu Verfolgung führen kann.
Es wird nicht einfach werden!
Die Lesungen vom 20. Sonntag im Jahreskreis / Lesejahr C zum Hören finden Sie hier.
Bei Jeremia äußert sich diese Entschiedenheit im Ausharren. Im Hebräerbrief wiederum wird zu Widerstand aufgerufen. Das Kapitel im Lukas-Evangelium ist eine einzige Mahnrede Jesu an seine Anhänger, er macht ihnen klar: Es wird nicht einfach werden! Das gilt heute immer noch. Glücklicherweise müssen wir hier keine Angst um Leib und Leben haben, wenn wir sagen, dass wir Christen sind.
Leicht fällt es trotzdem nicht immer. Wie oft trifft man auf Skepsis, Mitleid oder Vorwürfe! An Gott glauben? Das ist doch lächerlich, schließlich hat ihn niemand je gesehen! In die Kirche gehen? Na, wenn man dafür seine kostbare Freizeit opfern will ... Katholisch sein? Da hört der Spaß wirklich auf! Wie praktisch ist es da, dass Religion mittlerweile zur Privatsache erklärt wurde. Schließlich gibt es genug, was zu Streit bei der Familienfeier führen kann, zu Unsicherheiten in der Freundesgruppe oder zu wütenden Kommentaren bei Social Media. Dann also lieber gar nicht ansprechen und alles bleibt friedlich.