Mann geständig – muss Schaden wieder gutmachen

Ex-Caritas-Mitarbeiter veruntreut 820.000 Euro – Bewährung

Ein früherer Mitarbeiter der kirchlichen Ulrichs-Werkstätten in Aichach (Schwaben) hat nach Auffassung eines Gerichts im Dienst 820.000 Euro veruntreut. Das Schöffengericht des Amtsgerichts Augsburg verurteilte den 37-Jährigen zu zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung. Zudem muss er 120 Sozialstunden leisten, teilte der Diözesan-Caritasverband Augsburg mit. Das Gericht bestätigte dies. Die Ulrichs-Werkstätten für Behinderte werden von der gemeinnützigen „CAB Caritas Augsburg Betriebsträger gGmbH“ getragen.

Der Mann habe Zahlungsanweisungen für gelieferte Waren oder auszuzahlende Fördergelder doppelt durch die Buchhaltung laufen lassen, so die Caritas. Er habe sich selbst angezeigt, nachdem vor einem Jahr intern Unregelmäßigkeiten aufgefallen seien. Seinerzeit sei er fristlos gekündigt worden.

Hausverkauf zur Wiedergutmachung

Der Verurteilte habe die Taten vor Gericht gestanden und sie mit Existenzängsten erklärt. Auch habe er angekündigt, den Schaden gutmachen zu wollen – was eine Bewährungsauflage sei, sagte Caritas-Sprecher Bernhard Gattner. Der Mann habe bereits 590.000 Euro gesammelt, auch mit Hilfe seiner Familie. Nun wolle er sein Haus verkaufen, um die Restschuld zu begleichen.

Die CAB habe zwischenzeitlich höhere Sicherheitsstandards in der Buchhaltung etabliert, sagte Gattner. „Nach menschlichem Ermessen“ könne ein Fall dieser Art künftig nicht mehr vorkommen. Augsburgs Diözesan-Caritasdirektor Andreas Magg zeigte sich traurig und verärgert darüber, dass ein Mitarbeiter „eine Vertrauensstellung so gezielt missbraucht hat“.