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58-Jähriger mahnt Kirche, Leben der Menschen ernstzunehmen

Ex-Kolping-Präses Josef Holtkotte zum Weihbischof in Paderborn geweiht

  • Josef Holtkotte, bisher Bundespräses des Kolpingwerks, ist neuer Weihbischof in Paderborn.
  • Erzbischof Hans-Josef Becker weihte den 58-Jährigen heute im Paderborner Dom.
  • Holtkotte betonte, die Kirche müsse aus der Gegenwart Gottes leben und das Leben der Menschen ernstnehmen.
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Das Erzbistum Paderborn hat einen neuen Weihbischof: Josef Holtkotte (58), bislang Bundespräses und damit geistlicher Leiter des katholischen Sozialverbandes Kolpingwerk Deutschland, empfing am Sonntag im Paderborner Dom die Bischofsweihe. Die Weihe durch Handauflegung nahm der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker vor, den Holtkotte in der Leitung der westfälischen Erzdiözese künftig unterstützen wird. Er folgt auf Hubert Berenbrinker (71), der im Herbst vergangenen Jahres aus Gesundheitsgründen sein Amt als Weihbischof niederlegte.

Papst Franziskus hatte Holtkotte im Juni zum Weihbischof ernannt. Seit 2012 war er als Pfarrer Bundespräses des Kolpingwerkes Deutschland mit Sitz in Köln und seit 2014 zugleich Präses des Kolpingwerkes Europa. Der Geistliche gehört der Synodalversammlung des Reformprozesses Synodaler Weg an, mit dem die katholische Kirche in Deutschland einen Weg in die Zukunft sucht.

Holtkotte: Kirche muss Menschen ernstnehmen

Er wolle durch seinen bischöflichen Dienst deutlich machen, wie sehr gerade in Umbruchzeiten das Evangelium als "bleibende Kraftquelle" nötig sei, sagte Holtkotte im Weihegottesdienst. Kirche müsse aus der Gegenwart Gottes leben und das Leben der Menschen ernstnehmen. "Nur dann kann sie Weg und Bewegung sein und einen Glauben verkünden, der vertrauensvoll, getröstet und froh leben lässt." Als Wahlspruch wählte der Geistliche ein Zitat aus der Emmauserzählung im Lukas-Evangelium: "Da wurden ihre Augen aufgetan."

Die Bischofsweihe finde in einer für die Kirche "sensiblen Zeit" statt, sagte Erzbischof Becker. Christen dürften niemals vergessen, wo ihre Geschichte dem Evangelium nicht entsprochen habe oder entspreche. Es gebe jedoch keinen Grund, sich mit dem christlichen Glauben zu verstecken. "Das Evangelium ist ein Schatz, zu dem es nach unserer Überzeugung keine Alternative gibt."

Wer ist Josef  Holtkotte?

Holtkotte wurde am 29. März 1963 in Castrop-Rauxel geboren. Nach dem Theologie- und Philosophiestudium in Paderborn und Wien empfing er 1990 die Priesterweihe. Es folgten Jahre als Vikar in Verl und Paderborn. Von 1997 bis 2005 war er Präses des Paderborner Kolping-Diözesanverbandes. Danach arbeitete er als Pfarrer in Bielefeld, bevor er 2012 Kolping-Bundespräses wurde. Arbeitsschwerpunkte des Sozialverbandes sind neben Familie, Arbeitswelt und Bildung die "Eine Welt".

Das Erzbistum Paderborn umfasst 19 Dekanate mit 627 Pfarrgemeinden in 114 Seelsorgeeinheiten (Pastoralverbünde und Pfarreien). Mit seinen rund 1,5 Millionen Mitgliedern nimmt es Rang fünf unter den 27 deutschen Diözesen ein. Zugleich ist Paderborn mit 7,15 Milliarden Euro Vermögen das reichste deutsche Bistum.

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