Johannes Bernard über Exkommunikation eines Erzbischofs

Papst-Leugner Viganò erhält die richtige Quittung

Anzeige

Gelegentlich ist eine Exkommunikation notwendig, um klare Grenzen aufzuzeigen. Die Ausfälle von Erzbischof Carlo Maria Viganò ließen keine andere Entscheidung zu, meint Johannes Bernard.

Schon allein das Wort kann einem schon einen Schrecken einjagen: Exkommunikation! Getroffen hat es Erzbischof Carlo Maria Viganò, den früheren Apostolischen Nuntius in den USA, der sich den Ausschluss aus der kirchlichen Gemeinschaft selbst zugezogen hat. Dieser hatte in den letzten Jahren mehrfach öffentlich zu erkennen gegeben, dass er die Legitimität des Papstes und des Zweiten Vatikanischen Konzils nicht anerkennt.

Der Ausschluss war vorauszusehen und längst überfällig. Am rechten Rand der Kirche tummelt sich so einiges, das sich gern auf die Wahrheit beruft, aber letztlich doch nur autoritär Macht ausüben möchte. Nun hofft auch US-Regisseur Mel Gibson darauf, von Papst Franziskus aus der angeblich „falschen Kirche“ ausgeschlossen zu werden.

Exkommunikation: Folgt Mel Gibson?

Der Medienerfahrene Gibson, dessen Verfilmung von der Leidensgeschichte Jesu („Die Passion“) zu den kühnsten Filmprojekten der Kino-Geschichte gehörte, weiß, wie er in die Schlagzeilen kommt. Wenn er möchte, exkommuniziert zu werden, sollte er besser den einfacheren Weg gehen und selbst gehen, wenn er denn wirklich möchte. Dazu braucht es keine Weltöffentlichkeit.

Der Fall Viganò zeigt zweierlei: Ultrakonservative Kreise versuchen, den Papst unter Druck zu setzen, ihm Verrat am Glauben vorzuwerfen und alles zu verhindern, synodales Handeln in der Kirche zu torpedieren. Hier geht es nicht um das Lesen einer lateinischen Messe (Latein ist eine schöne Sprache), sondern um selbstherrliches Getue und Egomanie. Dass hier der Vatikan die Reißleine gezogen hat, war notwendig.

Neue Hoffnung für Weltsynode

Ebenso macht der Fall deutlich, dass sich die Vatikan-Behörden, wie in diesem Fall das Dikasterium für die Glaubenslehre, nicht alles gefallen lassen und in der Lage sind zu handeln, wenn die Legitimität und die lehramtliche Autorität des Zweiten Vatikanischen Ökumenischen Konzils infrage gestellt werden. 

Das ist ein gutes Zeichen für diejenigen, die eine Rückwärtsrolle des Papstes beim Verlauf der Weltsynode befürchtet haben und die für eine Kirche der Gemeinschaft und Partizipation eintreten.

Anzeige