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Die Lage in der Landwirtschaft (4) - Über Veränderungen in der Agrarbranche

Experte: Junglandwirte sind für Zukunft bereit – wenn Politik mithilft

  • Veränderungen gehören zur Landwirtschaft dazu, doch Investitionen müssen sich für die Landwirte auch rechnen.
  • Dabei sieht KLJB-Referent Markus Storck die Politik in der Pflicht, die verlässliche Rahmenbedingungen schaffen muss.
  • Denn mehr Tierwohl und nachhaltiges Wirtschaften bedeuten auch mehr Aufwand.
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Angst vor Veränderungen hat die Mehrzahl der Landwirte grundsätzlich nicht, ist sich Markus Storck sicher. Sie wollen die Zukunft sogar aktiv mitgestalten, betont der Referent für ländliche Entwicklung des KLJB-Diözesanverbands Münster gegenüber „Kirche-und-Leben.de“. Doch brauche es dafür angesichts der Unsicherheit durch Energiekrise und Ukraine-Krieg eine verlässliche Agrarpolitik in Deutschland.

Insbesondere viele Junglandwirte, weiß Storck aus zahlreichen Gesprächen, wollen in neue Projekte investieren. Dabei helfe es allerdings nicht, dass die Politik auf Bundesebene in erster Linie in Wahlperioden von vier Jahren denke. Vielmehr müssten die Landwirte auf gut 20 Jahre planen, damit sich Investitionen wie neue Tierställe rechnen können. Für diese Planungssicherheit fehle es aus Sicht der Katholischen Landjugendbewegung der Politik an Willen, erklärt Markus Storck.

Mehr Tierwohl kostet mehr Geld

Dabei seien die Junglandwirte auch willens sich den großen Themen Tierwohl und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft anzunehmen. „Aber es muss bezahlt werden“, gibt der Referent zu verstehen. Mehr Tierwohl bedeute zum Beispiel mehr benötigter Platz pro Tier und mehr Aufwand für die Einhaltung der Vorschriften, der sich auch lohnen müsse. Als ein Negativbeispiel, wo es sich aktuell nicht rechnet, nennt Storck den Schweinemarkt. Dieser sei seit längerer Zeit „katastrophal“.

Besser sehe es unter anderem bei der Milchviehhaltung aus. So seien neben den Preisen in den Supermärkten auch die von den Molkereien gezahlten Preise pro Liter deutlich auf nunmehr über 50 Cent pro Liter gestiegen.

Landwirte müssen an Vermarktung arbeiten

KLJB-Referent Markus Storck
Markus Storck ist Referent für ländliche Entwicklung beim KLJB-Diözesanverband Münster. | Foto: pd

Gleichzeitig müssten sich viele Landwirte breiter aufstellen, um Krisen besser meistern zu können, gibt Storck zu. Ein Beispiel für ein ertragreiches und ökologisch sinnvolles Geschäftsfeld ist die Stromerzeugung durch Fotovoltaikanlagen. Auch Erlöse aus Direktvermarktung seien oftmals besser kalkulierbar als die Abhängigkeit von teils stark schwankenden Marktpreisen.

Allerdings sei nicht jeder Hof für die Direktvermarktung geeignet, sagt der Experte. Daran anschließend setzt Storck kritische Worte an. „Es fehlt vielen Landwirten, auch jungen Vertretern, an einer Marketingstrategie für den eigenen Betrieb.“ Es müsse sich auf allen Ebenen die Frage gestellt werden, wie sich der Agrarsektor besser vermarkten lasse, um auch die gesellschaftliche Akzeptanz zu stärken.

Und hier sieht Storck wiederum die Politik am Zug. Es brauche eine gemeinsame Anstrengung, um die Landwirtschaft zukunftssicher zu machen. Der Wille der Junglandwirte, diese Herausforderung anzunehmen, sei da.

Stichwort: Unterstützung für Landwirte
Der Ring der Landjugend Westfalen-Lippe ist eine Arbeitsgemeinschaft, die sich als Interessenvertretung von jungen Menschen auf dem Land versteht, die sich in Land-, Forst- und Hauswirtschaft beruflich engagieren. Der Ring der Landjugend bietet verschiedene Veranstaltungen und Beratungsmöglichkeiten an. (jdw)

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