Fipronil-Belastung liege weit unterhalb der bedenklichen Werte

Experte: Vernichtung von Eiern blödsinnig und unethisch

Die derzeitige Vernichtung von Eiern wegen Fipronil-Belastung ist „Blödsinn und ethisch nicht vertretbar“. Der Beauftragte für agrarsoziale Fragen der Evangelischen Kirche in Deutschland, Clemens Dirscherl, begründet diese Ansicht mit den nach seinen Worten deutlich unter den gesundheitlich bedenklichen Schwellen liegenden Insektizidwerten. Die aktuellen Reaktionen seien „typisch für unsere egomanische Hysterie-Gesellschaft“, sagte Dirscherl dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Der Experte rät den Verbrauchern: „Weiter Eier verzehren.“ Allerdings müssten Hühnerhaltungen strenger kontrolliert und Rechtsverstöße konsequent bestraft werden. Die erfolgte Kontamination von Eiern mit nicht zugelassenen Desinfektionsmittel-Zusätzen, sei eine „eigentlich kriminelle Handlung“.

Gefährdungspotenzial „geht Richtung Null“

„Das faktische Gefährdungspotenzial geht Richtung Null – das gefühlte scheint lebensbedrohlich“, sagte Dirscherl. Viele Medien feuerten diese Stimmung an. Fakt sei, dass bei der Hühnerhaltung die Gesundheits-Vorsorge eine Grundreinigung samt Stalldesinfizierung vorsehe. „Je größer der Stallbesatz, desto intensiver die Reinigung“, erklärte Dirscherl. Das bedeute: „Intensiv-Tierhaltung mit Intensivreinigung“.

Lebensmittelkontrolleure hatten in den vergangenen Tagen Eier entdeckt, die Rückstände des Insektizids Fibronil enthielten. Das Mittel darf etwa bei Hunden zur Zeckenbekämpfung eingesetzt werden, nicht aber bei Tieren, die der Lebensmittelerzeugung dienen. Belastete Eier stammten vor allem aus niederländischen Legehennenbetrieben.