Erzeugerverband rechnet mit Preissteigerungen bei Tannen

Expertin: Vorsicht beim Weihnachtsbaum-Kauf im Internet

Der extrem trockene Sommer hat keinen Einfluss auf die Zahl der Weihnachtsbäume, die in diesem Jahr in Deutschland zur Verfügung steht. Das sagte Saskia Blümel, Geschäftsführerin des Bundesverbands der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger in Deutschland, im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Allerdings: „Wir gehen von leicht steigenden Preisen von 50 Cent bis einem Euro pro laufendem Meter bei Nordmanntannen aus“, sagte sie weiter. Somit liege der laufende Meter in diesem Jahr bei rund 18 bis 24 Euro in der A-Qualität. „Das ist aber nicht allein der diesjährigen Dürre, sondern vor allem auch den gestiegenen Lohn- und Transportkosten geschuldet“, betonte die Geschäftsführerin.

Bis zu 800.000 Weihnachtsbäume per Internet

Zwischen einem und drei Prozent der rund 27 Millionen Weihnachtsbäume in deutschen Wohnzimmern werden laut Erzeugerverband mittlerweile im Internet bestellt. „Vermutlich werden die Zahlen in diesem Jahr weiterhin stabil bleiben“, sagte Blümel.

Neben speziellen Online-Shops bieten auch große Online-Händler wie Amazon, Obi oder Hornbach mittlerweile Christbäume an. „Das war mal vor einigen Jahren eine spielerische Idee. Wir haben uns gefragt, was es zu Weihnachten noch nicht bei Amazon gibt, und sind auf Weihnachtsbäume gekommen“, sagte Deutschland-Chef Ralf Kleber der Zeitung.

Expertin: Nur in geprüften Online-Shops einkaufen

Julia Miosga, E-Commerce-Expertin beim Digitalverband Bitkom, betonte im Gespräch mit dem Blatt Vorteile beim Online-Kauf: „Der Baum wird bei vielen Anbietern erst wenige Tage vor dem Verschicken gefällt und ist damit frisch. Zudem gibt es viele Anbieter, die nachhaltig wirtschaften oder auf regionalen Anbau achten.“ Bei manchen könne man sogar einen Weihnachtsbaum mieten, der nach den Festtagen wieder abgeholt und in die Erde gepflanzt werde.

Allerdings rät sie auch zur Vorsicht. „Es ist wichtig, nur in geprüften Online-Shops einzukaufen.“ Seriöse Weihnachtsbaum-Verkäufer ließen sich im Internet an zertifizierten Gütesiegeln wie dem EHI-Siegel oder dem Tüv erkennen.

Woher stammt der Brauch des Weihnachtsbaums?

Der Christbaum hat nach Angaben des Brauchtum-Experten und Theologen Manfred Becker-Huberti (Köln) seinen Ursprung im mittelalterlichen Krippenspiel in der Kirche. Vor dem eigentlichen Krippenspiel habe ein „Paradiesspiel“ stattgefunden, in dem gezeigt worden sei, wie durch Adam und Eva die Sünde in die Welt kam, von der die Menschen durch Christi Kreuzestod befreit wurden. Zu diesem Spiel habe ein immergrüner Baum als „Paradiesbaum“ gehört, von dem an der dramaturgisch bestimmten Stelle die „Frucht“ gepflückt wurde. Mit den Jahren wurde der Paradiesbaum immer schmucker: (vergoldete) Nüsse, Festgebäck und Süßigkeiten machten die „paradiesische“ Funktion des Baumes für die Gläubigen deutlich, wie Becker-Huberti erläutert.

Im 16./17. Jahrhundert tauchte der Paradiesbaum außerhalb der Kirche auf: bei Gemeinschaftsfeiern von Zünften und Bruderschaften. Er löste sich vom Krippenspiel ab und wurde Symbol der Advent- und Weihnachtszeit. In der Mitte des 17. Jahrhunderts tauchte dann im Elsass erstmals der geschmückte Gabenbaum als Mittelpunkt einer familiären Weihnachtsfeier auf. Danach verbreitete sich der Weihnachtsbaum schnell an den Königs- und Adelshöfen Kontinentaleuropas. Nach und nach übernahmen auch die städtisch-bürgerlichen Schichten den neuen Brauch.