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Genn: Gottes Sendung zur Freiheit

Fabian Guhr und Jan Tasler in Münster zu Priestern geweiht

Zu Priestern geweiht worden sind am Pfingstsonntag im Paulus-Dom Münster der 27-jährige Nottulner Fabian Guhr und der 26-jährige Coesfelder Jan Tasler. Die Weihe spendete Bischof Felix Genn in einer feierlichen Messe mit wenigen Besuchern.

Zu Priestern geweiht worden sind am Pfingstsonntag im Paulus-Dom Münster der 27-jährige Nottulner Fabian Guhr und der 26-jährige Coesfelder Jan Tasler. Die Weihe spendete Bischof Felix Genn in einer feierlichen Messe.

Zwar waren wegen der Corona-Pandemie deutlich weniger Besucher im Dom als bei Priesterweihen üblich. Genn betonte aber die Verbundenheit der beiden Neupriester mit ihren Familien, Freunden, ihren Herkunfts- und Ausbildungsgemeinden (Rheine und Lohne) sowie allen Wegbegleitern. Die Weihe wurde zudem vom Bistum Münster im Internet übertragen - so auch auf "Kirche-und-Leben.de".

Genn: „Was nun, wie geht es weiter?“

Seine Predigt eröffnete der Bischof mit einer alltäglich wirkenden Frage, die sich auch Jesu Jünger im Vorfeld des Pfingstereignisses gestellt hätte: „Was nun, wie geht es weiter?“ Auch heute fragten sich dies viele Menschen mit Blick auf die Corona-Krise und ihre Überwindung.

„Wo der Geist des Herrn weht, ist Freiheit“, stellte der Bischof fest. Beim ersten Pfingstfest hätten sich durch das Wirken des Geistes zuvor verschlossene Türen plötzlich geöffnet, und zuvor verängstigte Frauen und Männer hätten freimütig verkündet. Jesus habe voller Freiheit den Jüngern auch die Wunden, die sie ihm zugefügt hätten, vergeben und sie mit seinem Geist angehaucht: „Das ist keine Tröpfcheninfektion, das ist Geist-Inspiration.“ Damit habe er sie in seine Sendung hineingestellt. Sie hätten den Kernsatz dessen, wofür Jesus sich habe verwunden lassen, als Auftrag mitbekommen, die Vergebung der Sünden. Diese sei auch ein Kernwort in der heiligen Messe. „Welche Freiheit ist es, wenn jemand Vergebung erfährt“, sagte Genn. In Beichtgesprächen würden die beiden Neupriester demnächst erfahren, welch eine Freiheit davon ausgehe, wenn der Geist der Versöhnung gesprochen werde.

Genn: Ihr Dienst ist notwendig für diese Kirche

Auf dem Weg zur Priesterweihe der Weihekandidaten sei „nicht immer Freiheit, sondern auch Angst, Enge, Verkrampfung“ gewesen, dazu Fragen nach ihrer Motivation und der Zukunft der Kirche. Auch er selber denke darüber nach, sagte Genn, in welche Kirche er die neuen Priester sende. Und doch merke er bei ihnen: „Da ist dieser Atem des Geistes, einfach weiterzugehen, vielleicht auch auf Sicht zu fahren, aber sich in diese Sendung stellen zu lassen.“

Sie hätten gespürt, dass Gott sie auf diesen Platz in den vielfältigen Diensten der Kirche hätte stellen wollen. „Das ist nicht zur Selbsterhöhung gedacht, sondern für die anderen und für uns alle, zum Aufbau all der Dienste, mit denen jeder einzelne begabt ist“, sagte der Bischof und betonte: „Aber es ist Ihr Dienst, und er ist notwendig für die Kirche.“ Er bat Guhr und Tasler und dankte ihnen zugleich für die Bereitschaft, diese Kirche mitzutragen. Abschließend wünschte er ihnen, durch Berufung auf den Geist innere Freiheit zu gewinnen.

Beeindruckende Riten

Die Weihe der beiden Männer geschah in beeindruckenden Riten. Zum Zeichen ihrer Hingabe an Gott legten sich die Kandidaten nach ihrem Weiheversprechen auf den Boden, während die Allerheiligenlitanei gesungen wurde. Anschließend sang der Bischof das Weihegebet, legte ihnen schweigend die Hände auf und salbte sie. In den sogenannten ausdeutenden Riten empfingen die Neupriester Stola, Messgewand, Kelch und Hostienschale.

Die musikalische Gestaltung der Priesterweihe übernahmen unter Gesamtleitung von Domkapellmeister Alexander Lauer ein Vokalquartett der Dommusik, ein Streicherensemble, eine Schola des Klarissenkonvents am Dom sowie Domorganist Thomas Schmitz.

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