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Schönstatt-Bewegung begrüßt erneute Prüfung

Fall Kentenich: Bischof setzt neue Historikerkommission ein

Im Seligsprechungsverfahren für den Gründer der Schönstatt-Bewegung, Pater Josef Kentenich, will Bischof Stephan Ackermann eine neue Historikerkommission einsetzen. Hintergrund sind erneut aufgekommene Missbrauchsvorwürfe gegen Kentenich.

Im Seligsprechungsverfahren für den Gründer der Schönstatt-Bewegung, Pater Josef Kentenich, will der Trierer Bischof Stephan Ackermann eine neue Historikerkommission einsetzen. Sie soll insbesondere neu zugängliches Material aus den vatikanischen Archiven zu Kentenich (1885-1968) prüfen, wie das Bistum Trier am Dienstag mitteilte.

Dabei könne es sich sowohl um Schriftstücke von Kentenich selbst handeln als auch um Dokumente, die sich auf ihn und sein Wirken beziehen. Die Kommission soll laut Bistum das neue Material mit den bislang bekannten Informationen abgleichen und einen Bericht „über die Persönlichkeit und die Spiritualität“ von Kentenich verfassen. Die Mitglieder der Kommission stünden noch nicht fest.

Schönstatt-Bewegung  hofft auf Transparenz und Klarheit

Hintergrund sind in der vergangenen Woche erhobene Missbrauchsvorwürfe gegen den Gründer der Schönstatt-Bewegung. Die italienische Theologin Alexandra von Teuffenbach wirft Kentenich systematische Manipulation von Mitgliedern der Gemeinschaft und sexuellen Missbrauch einer Schwester vor. Sie stützt sich dabei auf seit März zugängliche Bestände aus der Zeit des Pontifikats von Papst Pius XII. (1939-1958).

Die Schönstatt-Bewegung begrüßt die neue Kommission nach eigenem Bekunden und „erhofft sich, dass auf diesem Weg bezüglich Person, Leben und Werk ihres Gründers so bald wie möglich weitere Transparenz und Klarheit geschaffen werden kann“. In der vergangenen Woche hatte der Vorsitzende des internationalen Schönstatt-Werkes, Juan Pablo Catoggio, die Vorwürfe zurückgewiesen und erklärt, die Anschuldigungen seien bereits bekannt und entkräftet.

Dieser Darstellung widersprach Teuffenbach: „Hätte es eine entsprechende Publikation gegeben, wären die Veröffentlichungen meinerseits nicht nötig gewesen“, zitiert „Die-Tagespost.de“ die Kirchenhistorikerin. Da dies aber nach ihrem Kenntnisstand nicht geschehen sei, habe sie sich „gedrängt“ gesehen, die Biografie Kentenichs „um einige Elemente zu ergänzen“.

Seligsprechungsverfahren auf Bistumsebene noch nicht abgeschlossen

Bekannt ist, dass Kentenich nach einem Prüfverfahren des Vatikan 1951 ins Exil in die USA geschickt wurde und 1965 nach Schönstatt zurückkehrte. Seit 1975 läuft ein Seligsprechungsverfahren für ihn, das nach Angaben des Bistums Trier auf Ebene der Diözese noch nicht abgeschlossen ist. Eine frühere Historikerkommission, die für jedes Seligsprechungsverfahren vorgesehen ist, hatte demnach 2007 ihre Arbeit abgeschlossen.

Die Schönstatt-Bewegung ist eine katholische geistliche Gemeinschaft, der sich eigenen Angaben zufolge bundesweit rund 20.000 Menschen zugehörig fühlen. Gegründet wurde sie 1914 vom Pallottinerpater Josef Kentenich in Schönstatt, einem Stadtteil von Vallendar bei Koblenz. Nach dem Zweiten Weltkrieg breitete sich die Bewegung international aus.

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